ihrer Brüder und Vetter an den Pfalzgrafen Wilhelm bei Rhein nnd Herzog in Ober- und Niederbaiern ein Schreiben folgenden Inhaltes: Seit länger als Meuschengedenken sei Streit gewesen unter denen, die vom Geschlecht der Herren v. Schellenberg ab- stammen, weil man ihnen, den Nachkommen Tölzers, Wappen und Kleinod derer v. Schellenberg, absprechen wolle. Auch sie haben von ihren Voreltern Wappen und Kleinod, sowie Schild uud Helm ererbt. Ihr Wappen sei ein Schild, gelb und schwarz überzwerchs geteilt und aus dem Helm ein Gehörn, das eine Horn weiß, das andere rot. Dieses Wappen haben sie bisher auch als Siegel benützt, wie andere Ehrensachen ohne jemandes Widerrede, mit Einwilligung der Kaiser sogar. Dicses Wappen haben sie im Kriege und im Frieden gebraucht, wie andere Adelsgenosseu. Sie hoffen, das auch ferner tun zu können, obwohl seit etlichen Jahren ihnen dnrch ihre Mißgönner unbilligerweise darob Schwie- rigkeiten gemacht werden. So sollte auch ihre Verwandte, Anna v. Schellenberg, Klosterfrau im Stifte zu St. Stephan in Straß- bnrg, nicht Adelsgenossin und deshalb des Stats einer Klosterfrau dort nicht fähig sein. Sie seien daher gezwungen gewesen, mit großen Kosten ihre Stammesrechte durch glaubwürdige Münuer vom Adel zu beweisen, so daß jener Verwandten ihr Recht ge- richtlich mußte zugesprochen werden. Mit Ausrechterhaltung ihrer Rechte wollen sie niemanden schaden. Aber trotzdem haben einige v. Schelleuberg, nämlich Ritter Konrad zu Hüfingen, Dr. Ulrich, Balthasar, Wolf uud Hans zu Kißlegg mit etlichen Anhängern vor einiger Zeit sie angeklagt, als gebrauchten sie jene Ehren- rechte mit Unrecht, so daß sie an einigen Höfen wirklich nicht mehr v. Schellenberg genannt wcrden. Daher erging jüngst der kaiser- liche Besehl an den Freiherrn Wilhelm, Truchsessen zn Waldburg und deu Ritter Haus v. Laubenberg, die Sache zu untersuchen. Trotzdem nichts zu ihreu Ungunsten herausgekommen sei, und sie sich nicht geweigert haben, den Rechtsweg zu betreten, haben doch Ulrich uud seine Genossen sich nicht gescheut, Gewalt au zu- wenden. Sie bitten daher den Herzog, ihnen bciznstehen, so- wie auch sie auch fürderhin zu seinen Diensten bereit sein werden. Wir sehen aus diesem Schriftstück, daß die Nachkommen Tölzers in der ersten Zeit zum Adel gerechnet wurden, alle Ehren- rechte desselben besaßen, daß erst dnrch Ulrich v. Schellenberg,
        

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