Aber im Februar 1426 geriet der greise Tölzer noch in einen ärgeren Handel mit seinem Vetter Marquard IV. Es muß damals in der Burg zu Kißlegg nicht besonders erbaulich zuge- gangen sein. Tölzers Sohn hatte dem Marquard eiueu Manu er- schlagen, wofür Marqnards Sohn, Marquard V., dem Tölzer einen Mann gefangen setzte. Anch wurde von Tölzers Seite Brand- stiftung verübt. Tölzer klagte, daß Marquard ihm Vieh wegge- nommen habe, weil einer seiner Leute verwundet worden sei. Ferner handelte es sich um deu Widumshvf zu Jmmenriet, den Lehen- brief der Lcutkircher Mühle, den Besitz des Torschlüssels von Kiß- legg, die Handhabung des Gerichts daselbst um die Teilung zweier Leibeigenen, um die Jahrzeit zu Kißlegg, wegen Instandhaltung von Straßen und Brückeu uud der gemeinsamen Räume zu Kiß- legg, endlich nur eine Geldfordernng von 2'/s Gulden, die Mar- quard vom Tölzer forderte, weil er sie für den Lshcnbrief der Lcutkircher Mühle bezahlt habe und 1 Pfd. Heller von einem Frevel her. — Obmann des Schiedsgerichtes war Graf Rudolf v. Toggenburg, Beisäßen waren: Eberhart v. Weiler, Heinrich Vogt v. Sumerau, Hans v. Ebersperg, Egg v. Neisach und Ulrich v. Königsegg-Marstetten. Die Sitzung fand zu Lindau statt. Mar- quard hatte zu Fürsprechern Berthold v. Stain zu Ronsperg uud Guntram v, Hcimenhosen, Tölzer aber den Ammann Hildebrandt Wieli von RavenSburg und Hermann v. Landenbcrg, Die Par- teien wurden geeint, indem sie auf das alte Herkommen verwiesen wurden. Was sich aber Tölzers Sohn Mürk an Leibeigenen des Marquard IV. hatte zu schulden kommen lassen, solle vor dem Stadtgericht zn Wangen abgeurteilt werden (Reg. 397). Der Friede war aber nicht von langer Dauer. Schon am 12. September des gleichen Jahres mußte zur Austragung Kiß- legg'scher Differenzen wieder ein Schiedsgericht in Tätigkeit treten, diesmal zn Walsee im Rathans. Marquard v. Königsegg, Kom- tur des Deutschvrdens im Elsaß, Jakob Truchseß zu Waldburg, Neichslandvogt in Schwaben, Berthvld v. Stain zu Nonsverg, Ebcrhart v. Freyberg, Hildebrand Wieli und Hans v. Eins ur- kuudetcu, daß Feindschaft gewesen sei zwischen dem Ritter Mar- quard (IV.) v. Schellenberg nnd seinen Söhnen Märk (V.) und Ulrich einerseits, Tölzer und seinen Söhnen Andreas und Mürk anderseits. Die Söhne Tölzers (weil unebenbürtig) mußten schwören,
        

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