— 11 
- geben, wie anderen unseren Dienern. Geschähe aber ein feind- licher Einfall in unser Land, so soll er uns mit den 8 Helmen erst fest noch helfen. Alsdann sollen wir ihnen Kost besorgen wie unseren übrigen Helfern (Reg. 543). Marquard I. war so glücklich wie sein Vater eine Erb- tochter zu heiraten, nämlich die Klara Anna (Klara) v. Sulzberg, des Ritters Kourad v. Sulzberg im Jllertal Tochter, die ihm die Herrschaft Sulzberg und andere Besitzungen brachte.') Zwar hatte Ritter Konrad noch eine Tochter gehabt, namens Anna, die an Haus Unrain v. Ratzeuried verheiratet war. Da dieselbe aber bald kinderlos starb, löste Marquard als einziger Erbe auch jene Besitzungen ein, welche der Schwiegervater seiner Tochter Anna verschrieben hatte?) Auch erwarb Marquard die halbe Fronbaindt zu Neu-Sulzberg durch Kauf von Hans dem Schenken (Reg. 167). Mit dem Abte von St. Gallen geriet er im Jahre 1353 in Konflikt wegen des Patronatsrechtes der Pfarrpfründe zu Kißlegg. Bei diesem Anlasse erfahren wir, daß damals diese Ortschaft 300 Wohnungen hatte. Marquard behielt dem Lehenherrn gegenüber recht, wie die Folge beweist. Der lidsr wxkt. Olsri Loiuzt. von 1353 berichtet darüber: „Vorder Pestilenz waren in der Pfarrei Kißlegg 300 Höfe oder Wohnungen, jetzt nur noch 230. Die Kollatur der Pfarrpfründe gehörte eigentlich dem Abte von St. Gallen; aber Marquard v. Schelleuberg behauptet, sie gebühre ihm." Die Pestilenz, von der hier die Rede ist, war der sog. „schwarze Tod", der 1349 und 1350 durch die deutschen Gaue zog und besonders in Süddeutschland die Menschen massenhaft dahinraffte. Dazu gesellte sich dann noch eine nie erlebte Hungersnot, was schreckliche Zustände und sozusagen die Auflösung aller gesellschaft- lichen Bande zur Folge hatte. Da die Juden die Not in höchst wucherischer Weise ausbeuteten, entbrannte gegen diese dann die volle Wnt der Verarmten, die sich in einer wüsten Verfolgung Luft machte. Man beschuldigte die Juden, die Brunnen vergiftet und dadurch den entsetzlichen „Sterbend" verursacht zu habeu. >) Die Güter dieser Herrschaft f. Baumami, Geschichte des Allgaus, II, S. 196. )̂ Das 
Nähere s. ebendaselbst, S. 558.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.