XXIX In seiner Lebensführung ist Fürst Johann äußerst einfach, anspruchslos uud bescheiden nnd liebt die Znrückgezogenheit, ein Charakterzug, der sich auch bei Betcitigung seines einzig dastehen- den Humanitären Sinnes kundgibt, denn wie er überhanpt jeder Ostentation abhold ist, so übt er auch das Gute meist im Stillen und wünscht nicht, daß davon irgendwie Aushebens gemacht werde. Er befaßt sich viel mit ernster Lektüre und hat eine besondere Vorliebe für Schriften kunstwissenschaftlichen, nationalökonomischen nnd sozialpolitischen Inhaltes; seine Bildung ist tief und ausge- breitet, sein Blick weitumfassend, geschärft durch die Eindrücke vieler und großer Reisen, die ihn an alle mir einigermaßen be- deutenden Kulturstätteu Europas führte»; sein Wissensdrang und seine Empfänglichkeit für alles Gute, Schöne und Edle halten gleichen Schritt; den Erscheinungen des Tages in Kunst, Wissen- schast, Literatur und Politik wendet er die vollste Aufmerksamkeit zu; vou der aktiven Politik hielt er sich immer serne. In der Behandlung der vielen ihm unterkommenden oder seine Entscheidung sorderuden Angelegenheiten ist er von äußerster Gründlichkeit nnd Gewissenhaftigkeit; strenges Pflichtgefühl be- herrscht überhaupt sein ganzes Tun nnd Lassen. Menschlichen Schwächen gegenüber ist er ein milder und nachsichtiger Beurteiler; seiu abgeklärter Geist steht jeder Unduldsamkeit sremd gegenüber. Im persönlichen Verkehr ist er von gewinnendster Liebenswürdig- keit und Herzlichkeit, sein Wesen nimmt jeden gefangen, der Gelegenheit hat, sich ihin zu uahen. Alles iu allem: ein Edelmann in des Wortes schönster nnd weitester Bedeutung, ein Fürst vom Scheitel bis zur Sohle, ein leuchtendes Vorbild für alle jene, denen die Vorsehung reiche Glücksgüter zugedacht; so keunt mau ihn, so verehrt man ihn, so liebt man ihn. Wir alle aber, die wir ihn kennen, die wir ihn
        

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