— 69 — Nachher hat sich Herr Ulrich v. Schellenberg noch bei vielen andern Zügen befunden, nämlich bei dem glorreichen Siege, der über die Franzosen bei Bicocea erfochten worden. )̂ Bei der Schlacht von Pavia,') allwo der König Franz von Frankreich gefangen wnrde, nnd endlich bei der Belagerung der Stadt Wien, 2) wo der türkische Tyrann Soliman mit Schaden und Spott abzuziehen genötigt worden ist. Herr Ulrich v. Schelleuberg ist mit allen sowohl politischen als kriegerischen Eigenschaften, einer keineswegs geschwätzigen, wohl aber aus hohem Verstände herfließenden Wohlredenheit, wie auch uuter Soldaten mit einer schönen, wohlproportionierten Gestalt von Gott begabt gewesen, und hat jedermann in allen Fällen ge- schwind und scharfsinnig zu antworten gewnßt, so wie er auch zu höflichen und artigen Scherzen aufgelegt war. Als ihn einmal einer wegen den vielen an seinem Leib ha- benden Masen und Wuudmalen neckte, als ob dieselben vvn der französischen Krankheit wären, hat er ihm geantwortet: „Diese Masen sind Zengen meiner Redlichkeit und Maunheit, daß ich dem Feind unerschrocken begegnet bin, da du hingegen ans einem guten, wohllanfendeu Pserd das Fersengeld gegeben und deine Haut un- versehrt behalten hast." Nachdem er nun des Kriegswesens satt war, hat er seine noch übrigen Lebenslage zu Hause iu Ruhe zugebracht und end- lich, nachdem er das 71. Lebensjahr erreicht hatte, im Jahre 1558 sein Leben zu Kißlegg selig beschlossen, wo sofort sein Leichnam in dem Chöre der Pfarrkirche beigesetzt wurde." So die Chrouik der Pfarrei Kißlegg. >) Am 27. April 1522; die Schweizer verloren diese Schlacht. ° -) Febrnar 152?. Hier stritten die Schweizer ans Seite der Franzosen gegen den Kaiser. Ulrich stand immer nnter der Fahne des Kaisers. °) 1529.
        

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