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- und diese bereits vor die Stadt Mailand gekommen, geriet Ma- ximilian Sforza )̂ wegen des unvermuteten Abfalls der Bürger iu einen solchen Schrecken, daß er mit den Schweizern Mailand verließ und nach Nvvarra zog. Hier wnrde er von den Fran- zosen belagert, die Stadtmauern durch das feindliche grobe Ge- schütz teils niedergestürzt, teils durchlöchert; aber deunoch ließen die Schweizer durch die Tapserkeit ihres Anführers, d:s Herrn v. Schellenberg, nicht nur ihren Mut uicht sinken, sondern entschlossen sich vielmehr, das feindliche Stürmen unverzagt zu erwarten, zu welchem Ende sie die teils niedergeworfenen, teils stark durchlö- cherten Stadtmauern durch vorgespauute Leintücher verbargen. Trivulcio, über diesen Mut uud Sündhaftigkeit ganz in Erstaunen gesetzt, getraute sich nunmehr nicht — obschon er zum Stürmen seine Mannschaft gänzlich in Ordnung gestellt hatte — einen Sturm auf die Stadt zu wageu, sondern zog sich vielmehr wieder- um zurück. Kaum aber saheu dies die Belagerten von Novarra, so machten sie eiueu kühnen Ausfall, griffen den Feind an, ver- folgten ihn unaufhaltsam, und — obgleich auch auf ihrer Seite viel Blut geflossen war — behielten sie das Feld und den Sieg. -) Gleichen Ruhm erntete Schellenberg bei jener Schlacht, die die Kaiserlichen bei Vicenza dem venetianischen General-Obersten Alviano lieferten uud wo Schellenberg eine Fahne Reiter anführte. Gleich uachdem all' armi geblasen war, rief ihm einer der Feinde spöttelnd zn, er solle seine Feder stark fassen, worauf er seiue Lauze schüttelud erwiderte, es solle uur jeder ihm unerschrocken nachfolgen. Er war sofort der Erste, der aussprengte und den Ersten, der aus des Feindes Haufen auf ihn traf, nicht nur ganz herzhaft, sondern gleichsam mit Uebermut vom Pferde rannte, so- fort in den Feind eindrang und, da ihm seine Lanze gebrochen ward, so lange dem Feind mit seinem Küriß und Schwert zusetzte, bis sein Pferd unter ihm erstochen worden und er mit ihm zn Boden stürzte. Er raffte sich auf, focht zu Fuß gleich tapfer, verlor sich aber zu weit unter den Feind, wurde güuzlich umringt nnd endlich mit 36 Wunden bedeckt ans den Platz hingestreckt, wo er uuter den Erschlagenen bewußtlos liegen blieb. Nach geendigter Herzog von Mailand. )̂ Schlacht bei Novarra, 6. Juni 1513; es fielen 1800 Eidgenossen. Diese Schlacht brachte unserem Ulrich den Ritterschlag ein (Reg. 512).
        

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