bündner Rekrutendetachement unterging, das für den Dienst in den Niederlanden bestimmt war. Auch wenn an den Standorten der Regimenter kein Krieg gewe- sen ist, waren die Unterkünfte in Kasernen, verwahrlosten Häusern oder Zelten so elend, dass Seuchen und andere Krankheiten viele un- serer Landsleute dahinrafften - wie wir aus den Totenmeldungen er- kennen können, sicher viel mehr als in Schlachten! Fern der Heimat und ihren Lieben ereilte sie der Tod in furchtba- rer Verlassenheit. Manchmal kam nicht einmal eine Nachricht von ihrem Sterben in die Heimat. Die rechtliche Grundlage für den Dienst waren die «Militärkapi- tulationen», Verträge, die der werbende Staat mit Schweizer Kanto- nen schloss und die eingehend alle Bestimmungen enthielten, unter denen sich der Dienst vollzog. Die Gerichtsbarkeit war immer dem Regiment selbst übertragen, und sie war sehr streng, vor allem, was die Deserteure betraf. Es ist nicht zu verwundern, dass viele Söldner versuchten, sich dem ungewohnt harten Dienste und den Gefahren zu entziehen, aber sie kamen, der fremden Sprache nicht mächtig, niemals weit und wurden schwer bestraft, besonders im Wiederho- lungsfalle. In einem Bündner Bericht werden die Gründe genannt: «Die Tyrannerei der Offiziere und Unteroffiziere und das Heimweh.» Einige Beispiele schwerer Schicksale seien hier angeführt: Da zieht Leutnant Thomas von Kriss mit seinen beiden Söhnen in den Tür- kenkrieg Österreichs, und alle drei fallen in den Kämpfen! 1733 lässt sich eine sicher recht grosse Zahl von Schaanern anwerben, und in den beiden folgenden Jahren sind neun von ihnen im Totenbuch der Pfarrei als gestorben oder gefallen eingetragen. Ein Ruggeller war nach Ableistung seines Dienstes auf dem Marsch in die Heimat - und er ertrank im Rhein. Ein siebzehnjähriger Eschner marschierte nach Holland und starb drei Wochen nach seiner Ankunft im Spital. Unsere Hauptquellen sind die Totenbücher der Pfarreien, deren Eintragungen zu verschiedenen Zeiten beginnen: Triesen (bis 1769 mit Triesenberg) 1638, Mauren 1640, Schaan mit Planken (und bis 1842 mit Vaduz) 1647, Eschen 1650, Balzers 1717, Bendern (mit Ruggell und Schellenberg) 1735 und mit einer Lücke von 1804 bis 1813, Triesenberg 1769 und Vaduz 1842. Regimentslisten, die auch unsere Reisläufer enthalten, gibt es nur für das Schweizer Regiment Nr 31 von Sprecher in den Niederlanden 11
        

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