Die verschiedensten Bearbeitungsspuren der Geweihsprossen vom Sägaweiher deuten auf die vielseitige Verwendung solcher Werkzeuge hin: die Spitzen — sofern nicht abgebrochen — sind entweder einseitig abgeschrägt (Taf. XII, 10, 12 —14) oder durch mehrere Schnitte rund- um zugespitzt (Taf. XII, 9), sie sind fast nadeiförmig rund poliert (Taf. XII, 16) oder vierkantig zugeschnitten (Taf. XII, 11, 15). Knochenpfrieme und Spitzen (ebenso die beiden Knochendolche) kommen sehr lange vor. Sie finden sich auf dem Borscht in allen Schich- ten (unteres Neolithikum—Bronzezeit). Neben anderen neolithischen Kulturen kommen sie in der Horgener Kultur vor.6 Als frühbronzezeit- liches Vergleichsbeispiel mag Crestaulta dienen («52 Spitzen und Ahlen, 2 Doppelspitzen»).7 Die beiden Doppelspitzen vom Sägaweiher sind 5 cm und 6,2 cm lang, wobei die erstere einen dreieckigen, die letztere einen viereckigen Querschnitt aufweist. Für die Meissel gilt dasselbe wie für die Pfrieme. Auch sie kommen häufig während Neolithikum und Bronzezeit vor. Auf dem Borscht fin- den sie sich in der unteren Neolithischen Schicht und in den bronzezeit- lichen Schichten,8 wie sie auch auf dem Kirchberg von Reusten9 in allen Schichten vorhanden sind. Frühbronzezeitlich sind sie auf Cre- staulta10 und in Arbon-Bleiche11 belegt. Meissel sind aus dem Längsteil von Röhrenknochen hergestellt und können ganz verschiedenartige Formen zeigen. So gibt es sie vom Säga- weiher in mehreren Grössen, mit runder (Taf. XIII, 9 —11, 13) oder gerader Arbeitskante (Taf. XIII, 12, 14—16), welche ihrerseits wieder rund (Taf. XIII, 9, 11), einseitig schräg (Taf. XIII, 10, 12) oder von beiden Seiten schräg zugeschliffen (Taf. XIII 13, 14—16) sein kann und sich verbreitert (Taf. XIII, 9, 14 — 16) oder schmäler (Taf. XIII, 10, 13) wird. 6 Itten, S. 32. 7 Burkart, S. 19. 8 Swozilek, S. 78 und S. 106. 9 Kimmig, S. 54. 10 Burkart, S. 19. 11 Fischer, S. 34 und Taf. 9. 70
        

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