Neapel (Königreich beider Sizilien) Auch in Neapel dauerten die Söldnerdienste noch lange. Der reaktionäre König konnte sich eine Zeitlang nur durch die Schweizer Truppen an der Regierung halten. 1849 brach ein Aufstand aus, und den Schweizern wurde vorgeworfen, sie hätten mit äusserster Gewalt eine höchst autoritäre Herrschaft gestützt. Der Kommandeur recht- fertigt sich, dass gegen die «vulkanische Natur» der Neapolitaner kein anderes Mittel möglich gewesen sei, und er stellt die Frage, «ob die Bajonette Intelligenz besitzen sollten». Mathias Gantner aus Planken hatte in Neapel gedient und es dort zum Königlich Sizilianischen Wachtmeister gebracht. 1853 - nach dem Werbeverbot der Schweiz - war er von Eeldkirch aus als Wer- ber tätig. Disentis und Bludenz waren Werbezentralen. Sicher haben Liechtensteiner für Neapel Dienst getan. Trotz Verbot waren 1859 noch 1 l'OOO Mann in drei Schweizer Regimentern in Neapel-Sizilien stationiert. 1860 eroberte Garibaldi in seinem berühmten «Zug der Tausend» zuerst Sizilien, dann Neapel gegen eine ungeheuere Übermacht. Die Bevölkerung und auch einheimische Soldaten liefen zu ihm über. Das Ende des Söldnerwesens Ein Bundesbeschluss vom Jahre 1849 verbot alle Werbungen in der ganzen Eidgenossenschaft, aber er scheint sich nicht durchgesetzt zu haben. So protestierte das Werbekommando für Neapel in Chur und erklärte es als vertragswidrig, wenn eine Militärkapitualtion mit Neapel, 1828 für dreissig Jahre abgeschlossen, nicht eingehalten werde. Ein eigenes Bundesgesetz von 1859 stellte die Annahme fremder Dienste unter schwere Strafen, Verlust des Bürgerrechtes und Gefängnis. Wenn auch manche Einheiten noch im Dienste blieben (Kirchen- staat und Neapel) war doch jede Werbung unmöglich geworden. Damit entfiel auch für Liechtensteiner jede Möglichkeit, neu in Bündner Regimenter einzutreten. : Nur der Eintritt in die 1830 gegründete Fremdenlegion, die bekanntlich keinerlei Personalpapiere i verlangte, wurde noch be- nützt. In den ersten Jahrzenten dieses Truppenkörpers dienten darin besonders viele Schweizer. Dieses Kapitel könnte vielleicht später einmal behandelt werden. 32
        

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