Spiralwindungen der einseitig zur Achse angeordneten Feder sind erhal- ten, so dass nur etwa eine halbe Windung fehlt. Der Draht ist dort bandförmig ausgebildet. Anschliessend finden wir einen runden Bügel- endknoten. Der Bügel ist von leicht assymetrischer Form, was bedeutet, dass ein leichter Bügelknick mehr gegen den Knoten gelegen ist. Der Zenith des Bügels ist in charakteristischer Weise verbreitert, wie dies auch für die Fussplatte gilt. Der Bügel geht ohne Absatz in den Fuss über. Bügel und Fuss sind axial durch einen leichten Grat betont. Die Nadelrast ist 9 mm lang; Fussplatte und Nadelrast sind nicht parallel, sondern bilden einen spitzen Winkel. Die ganz vorne aufsitzende Fuss- zier ist ein beinahe runder Knopf mit leicht konvexer Wölbung. Der ganze Fibelkörper ist mit Feilspuren versehen, sodass gewisse Arbeitsprozesse unschwer erkannt werden können. Man kann anderer- seits aber auch nicht entscheiden, ob die Fibel in ihrer Rohform gegos- sen war, oder ob sie eventuell aus einen Rohstück ganz herausgefeilt worden ist. Auch die im Prinzip rundlichen Flächen an Bügel und Fuss sowie der Bügelendknoten sind fein facetiert, sodass man meinen könnte, das Stück sei werkstattfrisch in den Boden gekommen. Dem ist aber nicht so, denn die Stellen, die mit der Kleidung in Berührung ka- men, wie die untere Seite der Nadelrast und entsprechende Federteile, sind vom Benützen fein poliert. Auffallend ist sodann, dass zwischen Bügelendknoten und Feder- windungen eine Kette eingehängt ist. Erhalten sind 7 verschieden breite, leicht ovale Kettenglieder von je ca. 7 mm Länge, die aus rundem bis leicht abgeflachtem Draht zusammengebogen sind. Das erste Ketten- glied, das auch die Fibel umschliesst, ist ein wenig grösser und rund. Offenbar musste die Gewandschliesse hinter dem Bügelendknoten der Kette angepasst werden: der Knoten ist leicht schräg angeschliffen. Der Fundbestand an Certosafibeln im Alpenrheintal ist nicht aus- gesprochen dicht belegt und jeder neue Fund zeigt an, dass es scheinbar nicht nur reiner Zufall ist, dass in dieser Region solche Gewandschlies- sen getragen worden sind. Sie gehören zu einer Objektgattung, die von der Bevölkerung entweder angenommen und somit auch getragen wurde, oder dann abgelehnt und demnach nicht beachtet. Im Fürstentum Liech- tenstein sind Certosafibeln bereits von zwei Orten bekannt. Die Grabun- gen 1932 am Gutenberg bei Balzers haben zwei Fragmente zu Tage ge- bracht (Hild 1932, S. 21/22, Abb. 7, 1 + 2): ein vorderes Fibelende mit 214
        

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