Letzte erfolgreiche Bärenjagd im Gamperdonatal im Jahre 1783 Obwohl viel früher als der Luchs, schon im 17. Jahrhundert nicht mehr häufig, wird der Bär noch später als dieser in unserer Region aus- gerottet. Im Jahre 1782 soll in Liechtenstein der Unterländer Land- ammann an zwei Jäger eine Abschussgebühr für einen Bär bezahlt ha- ben (11). Ein Jahr später findet die letzte erfolgreiche Bärenjagd im Gamperdonatal statt (12). Mit Inschrift «den 27. August 1783 ist der Behr geschossen worden», ist eine Votiftafel über diese letzte Bären- jagd in der Wahlfahrtskirche Kühbruck, auf halbem Weg zwischen dem Ort Nenzing und der Alpe von Gamperdona noch heute vorhanden. Das erlegte Untier soll drei Wiener Zentner gewogen haben und wurde im Triumphzug in das Dorf Nenzing geführt, wo es in der Tenne des Gast- hofes Rössle zur allgemeinen Besichtigung für die Dorfbevölkerung auf- gehängt wurde. Die beteiligten elf Jäger aus Frastanz, Motha und Nen- zing widmeten zum Dank für die glücklich verlaufene Jagd überwärmtes Votivbild. Im Sarganserland wurde nach langer Treibjagd am 23. November 1799 der letzte Bär erlegt (11). Noch einige Jahre pendelten Bären vom Graubünden über das Montafon in unsere Region. So spürte man im Jahre 1858 (nach Schallert, Mskrpt.) einen Bären auf dem Gebiet der Bezirke Bludenz und Montafon auf, wobei ein Schussgeld von 100 Gulden ausgeschrie- ben wurde. In der Folgezeit machte ein Bär der Gemeindevorstehung von Nen- zing durch vier Jahre hindurch zu schaffen. Die erste diesbezügliche Nachricht findet sich (nach Schallert, Mskrpt.) in der Feldkircher Zei- tung vom 5. Juni 1867: «Der Jäger Wieser von Frastanz entdeckte gestern in Gamp, zum Gemeindebezirk Nenzing gehörig, im Schnee die frischen Fusspuren eines gewaltigen Bären, der wahrscheinlich von Graubünden aus dem Rhätikongebirge einen Besuch abgestattet hat. Die Besitzer von Vieh mögen sich dem hungrigen braunen Gesellen gegenüber für ihre Habe wohl versehen. Hoffentlich gelingt es zu verhindern, dass dieser Petz sich im Bereiche unseres Landes wohnlich einrichtet». Der Bär soll sich dann auf die Alpe Horren (Tschagguns) begeben haben, um aber später wieder auf Gamp zwei Schafe zu reissen, wo er 203
        

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