Der im Jahre 1914 ausgebrochene Erste Weltkrieg Hess den Flachs- und Hanfanbau erneut aufleben. Wir möchten aus diesem Grunde noch etwas darüber, was die Bauern in diesem Zusammenhange verrichteten, aussagen. Die Hanf- und Flachsstengel wurden nach dem Abernten auf frisch- gemähten, feuchten Wiesen oder gar in flachen, stillen Gewässern aus- gebreitet, von Zeit zu Zeit umgewendet und, nachdem sich die Fasern gut von dem Stengel lösen Hessen, in Garben gebunden und zum Trock- nen in die Scheunen gebracht. Nach dem Abschleizen der Fasern brach- te man diese, um sie zu verfeinern, in die Reibe. Diese Verarbeitungs- stätte war normalerweise einer Kornmühle angeschlossen, was der Grund dafür gewesen sein dürfte, weshalb man das Pleuelgeld, das an die Fürstlichen Renten (später an die Landeskasse) zu verabfolgen war, zum Mühlregale rechnete. 7. Steinbrüche und Steinmetzbetriebe Balzers verfügte, wie aus den Urkunden zu ermitteln ist, über zwei Steinbrüche. Zunächst nimmt jener, der am Nordhange des Ellhorns, beim «Altneugut», liegt, unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Dort be- gannen Rudolf Frick und Ferdinand Kaufmann aus Mäls um 1860 mit dem Sprengen von Wuhrsteinen. Der Zufall wollte es, dass gerade der Vertreter einer Rorschacher Grabsteinfirma zugegen war und hierbei einige Steinblöcke zu Gesicht bekam. Er hielt diese für die Anfertigung von Grabsteinen sehr geeignet, verhandelte mit den Unternehmern und Hess einige Blöcke nach Rorschach verfrachten. Man brachte die Stein- kolosse mit Winden und Kettenzügen auf einen klein- und breiträdigen «Maudwagen», der, von 8 —10 Pferden gezogen, den Weg über die Landstrasse zum Schaaner Bahnhof nahm. Darüber, dass für diesen Transport die hölzerne Rheinbrücke Balzers-Trübbach40 zu leicht be- funden wurde, braucht man sich nicht zu wundern. Jene Steine verliessen später zugehauen, geschliffen und poliert die Rorschacher Werkstätte. Das Beispiel von Rorschach machte alsdann Schule. Der «Balzner Mar- mor»,40 landläufig «Balzner Stein» genannt, erfreute sich in der Folge 40 Vgl. Hubert Kaufmann, Der Balzner Marmor, in: Lesebuch, Vaduz 1938, S. 319 ff. 189
        

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