Man hat später noch durch einige Jahre hinweg den Gipsbruch in Betrieb genommen, doch erwies sich dessen Ausbeute wegen der zu hohen Transportkosten nicht mehr lohnend. Albert Schädler sagte dem hiesigen Gips nach, dieser sei von vorzüglicher Qualität gewesen und habe sich wegen seiner Modellierfähigkeit eines guten Rufes erfreut. Sogar noch anfangs unseres Jahrhunderts fehlte es nicht an Ver- suchen, den Maseschener Gips abzubauen und auszuwerten. Es stand sogar ein sehr aufwendiges Projekt, das die Errichtung einer Drahtseil- Hängebahn von oben bis nach Vaduz und einer Schmalspurbahn von dort zum Schaaner Bahnhof vorsah,36 auf dem Programm. Das Vorha- ben erwies sich indes aus verständlichen Gründen nicht als realisierbar. 6. Flachs- oder Hanf land und Webstühle / Leinsaat-Land und Ölmühle Die Bezeichnung Leinsaat-Land («Linsat Land») ist belegt in einer von der Kanzlei des F. L. Oberamtes stammenden Urkunde vom 8. Februar 1793.37 Aus dieser Namenslage möchte man folgern, die Ge- winnung der Leinsamen sei hier das Hauptziel der Flachskultur gewe- sen, sonst ist es der Bast (die Faser) der Stengel. Der Flachsanbau war in unserem Lande sehr verbreitet, vor allem im Unterland, hier beson- ders in Ruggell und Gamprin. Flurnamen wie «Roosen» usw. deuten darauf hin.38 Als Absatzmärkte für den Flachshandel kamen in erster Linie Altstätten und St. Gallen in Frage. Nun wollte eine obrigkeitliche Verfügung aus Vaduz einen Marktflecken gestalten. Gegen eine der- artige Planung ist im Grunde genommen nichts einzuwenden, dass man aber die Leute dazu zwingen wollte, ihre Produkte bei Androhung «landesfürstlicher Ungnade und obrigkeitlicher Strafe» nach Vaduz zu bringen, das ging den Untertanen der unteren Landschaft, deren her- kömmlichen Absatzmärkte zur Hauptsache nordwärts (Feldkirch und 35 Vgl. Alb. Schädler, Die Tätigkeit des Liecht. Landtages im 19. Jahrhundert, in: JBL 1901, S. 169. 36 Vgl. Alois Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, in: JBL 1972, S. 256. 37 Eschner Gemeindearchiv 11/164. 38 Vgl. Alexander Frick, Roos, Rösle etc. in: JBL 1952, S. 254. 187
        

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