5. Gipsbruch und Gipsmühle Den gebrannten Gips kannten schon die Sumerer. Gips wurde auch beim Bau der Cheopspyramide verwendet. Römische Küfer verbesserten mit ihm sogar den Glanz des Weines und selbst in die Heilmittelkunde eines Persers fand er Eingang. Wann man bei uns erstmals von den Gipsvorkommen Kenntnis nahm, wissen wir nicht, die Flurnamen Gipsberg und Gipsloch verweisen lediglich in die deutschsprachige Epoche. Von einem Abbau des dafür in Frage kommenden Gipses im Steinbruch von Masescha-Erble vernehmen wir erstmals im ausgehen- den 18. Jahrhundert. Josef Jakob Wangershauser von Bregenz blieb damals durch mehrere Jahre im Genüsse eines mit dem Fürstl. Ober- amte in Vaduz getätigten Kontraktes. Ihm folgte Alois Gasser von Langenargen. Dieser Uhternehmerwechsel stand in keinem guten Zei- chen. Das diesbezügliche Vertragswerk kam unter der Aussage zustande, der andere wolle sich nicht mehr mit dem Gips abgeben. J. J. Wangers- hauser wurde wegen jener Abmachung beim Oberamte vorstellig, be- stritt, auf die «Handelschaft» verzichtet zu haben und begehrte, das Amt soll jenen Kontrakt rückgängig machen. Anscheinend setzte sich darauf- hin der Fürstliche Amtsträger mit Gasser ins Benehmen und erfuhr dabei — später auch durch die Zeugeneinvernahmen -— wie sich die Dinge verhielten. Gasser beschwerte sich zunächst, man wolle ihm den Vertrag abtreiben und fügte dann noch hinzu, er könne durch die Stein- brecher Jos. Tresel und Jos. Straub beweisen, dass der Vorgänger den Kontrakt gekündigt und dazu erklärt habe, er wolle sich mit der Sache nicht mehr abgeben, übrigens habe er (Gasser) bereits 500 Gulden auf- gewendet. Der Fürstl. Amtsinhaber in Vaduz hielt in einem nachher an den Bregenzer Gipshändler ergangenen Schreiben mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg, indem er sagte, es wäre gegen alle Billigkeit, wenn man dem Gasser den Kontrakt aberkennen und ihm solch grosse Unkosten aufladen («verpatzen») wollte.33 Für das Brechen des Gipses im Steinbruch von Masescha-Erble machten sich im Jahre 1796 Franz Xaver Mangold von Bregenz und Joh. Schlegel von Triesenberg erbötig. Sie trugen vor, gegen Entrichtung 33 Für diese und andere Korrespondenzen dieses Aufsatzes, soweit nicht eigens auf andere Quellen verwiesen wird; Regierungsarchiv, alte Registratur, Akt Nr. 9 Fasz. 8/3 (1798). 181
        

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