Ein Teil der gelagerten Turben wanderte, soweit sie der häusliche Ofen, der Hausbrand, nicht absorbierte, in die Nendler «Turbi»,31 wie man jene am «Bach» gestandene Torfmühle im Volksmunde nannte. Aus jener Positionsangabe möchte man schliessen, sie sei mit Wasser- kraft betrieben worden; einen wesentlichen Lärm verbreitete sie aber schwerlich. Sie war damals wahrscheinlich noch die einzige in dieser Gegend, denn die im Maurer Riet, im «Wieseneis», errichtete Mühle dieser Art dürfte erst nach dem Niederbrand der Nendler (1893) erstellt worden sein. Maurens Turbi gehörte Bartolomäus Batliner und nahm etwa die Grösse eines gewöhnlichen Stallgebäudes ein, dem sie auch von aussen gesehen glich.32 Es handelte sich dabei wohl zur Hauptsache um einen Familienbetrieb, der etwa 3—4 Personen beschäftigte. In Ballenform gebündelt (gepresst) fand der Torfmull überwiegend im Ausland Absatz, der aber vermutlich später ins Stocken kam, sonst wäre das Objekt nicht bereits schon um 1905 abgegangen. Auch in Ruggell mangelte es für die Installation einer Torfmühle keineswegs an Plänen, nur kamen sie dort nicht zum Tragen. Qualitativ den besten Torf lieferte jener vom Schellenberger Ried, er war völlig frei von Letteneinschüssen und beinahe so hart wie die Kohle (Braunkohle). Der Torf im Ruggeller Ried hielt jedoch einen Vergleich mit dem im Schellenberger Gebiet gewonnenen kaum stand. Der Abstich erfolgte stets in Stufen und erreichte eine Tiefe bis zur Zimmerhöhe, so dass man das nachziehende Wasser zeitweise abpum- pen musste. Ob auch sonstige Maschinen beim Torfabbau zum Einsatz gelangten, lässt sich, obschon solche bereits im Gespräch standen, nicht mit Sicherheit nachweisen. Die während des letzten Weltkrieges äusserst prekär gewordene Lage bei der Beschaffung von fremdem Heizmaterial (Kohle usw.) zwang breite Volksschichten, auf die landeseigenen Brennstoffe zurück- zugreifen. Sogar in Häusern mit Zentralfeuerungen heizte man schlecht und recht mit Holz und Torf. 31 E. Schafhauser, Liechtensteins Eschnerberg, St. Gallen 1959, S. 264. 32 Freundliche Hinweise von Altvorsteher David Meier, Mauren. 179
        

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