Im Mittelalter beliebten zur Erzeugung von Schmiedeisen entweder einfache Herd- oder Schachtöfen. Wurde nur gelegentlich Eisen er- schmolzen, wie auf herrschaftlichen Höfen29 — für einen dauernden Schmelzbetrieb reichten hier die geringen Erzvorräte sowieso kaum aus —, so bevorzugte man wohl wegen der Einfachheit des Baues die Herde. Um ein derart ausgestattetes Gehöft handelt es sich sichtlich einstens auch beim Schaanwälder Schmelzhof, gleich- gültig, welche Erzart dort verarbeitet wurde. Ebenso brauchen wir an- gesichts des Umstandes, dass jener Hof nur etwas abseits seiner landes- herrlichen Taverne und Mühle lag, an dessen Zugehörgikeit zu einem herrschaftlichen Besitztum kaum zu zweifeln. Anfangs des vorigen Jahrhunderts fehlte es nicht an Bestrebungen, den im Mittelalter im Valorsch betriebenen Bergbau erneut in Gang zu bringen. Das Eisenerz sollte dort gewonnen, jedoch aber in Sargans geschmolzen werden. Das Projekt scheiterte indes am Rechenstift, nicht zuletzt aber in Hinsicht auf die verheerenden Folgen für unsere Berg- und Alpenlandschaft, die mit dem Raubbau an unseren Wäldern naturnotwendig verbunden gewesen wären. Die Erzschmelzen verschlin- gen enorme Mengen Holzkohle, für deren Herstellung Liechtenstein das erforderliche Holz hätte bereitstellen müssen.30 4. Moore und Torfmühlen Das dem untern Teil von Nendeln vorgelagerte Riet (Moorland) barg stellenweise eine mächtige Torfschicht, gross genug, um den Be- sitzern der dortigen Grundstücke für den Winter eine willkommene Heizmaterial-Reserve zu sichern. Der Abbau ging mühsam, sonst aber reibungslos vonstatten und erfolgte mit einem schmalen Stecheisen («Turbenspaten»). Nach dem Antrocknen der langen, viereckigen Torf- schollen schaffte man sie zum Nachdörren in die «Turbenhütte», sofern eine solche gerade zur Stelle war. Jene Brettbauten brachten mit den vereinzelt emporgewachsenen Sumpfgehölzen Abwechslung in die Mo- notonie der Talweite und gaben ihr dereinst das Gepräge. 29 Vgl. Otto Johannsen, Geschichte des Eisens, Düsseldorf 1953, S. 121. 30 Alois Ospelt, Wirtschaftsgeschichte des Fürstentums Liechtenstein im 19. Jahr- hundert, in: JBL 1972, S. 257. 178
        

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