Die Holzkohle fand mannigfache Verwendung, so insbesondere beim Einschmelzen der Eisenerze. Dafür installierte Schmelzöfen gab es offenbar schon sehr früh in dieser Region.24 Die Kohlplätze, die häufig zur Flurnamenbildung Anlass gaben, lagen entweder für sich im oder am Walde, aber auch dicht bei den Schmelzöfen. Vermutlich stand ein solcher in einer Beziehung zum Schaanwälder «Schmelzhof». Öfen dieser Art sind Stätten der Eisenerzeugung. Jener Name hatte der Hof offenkundig von dem dort eingebauten Ofen, gleich wie in Wald-Dalaas ein «Schmelzo/en» im «SchmeIz/;o/»-Bereich be- gegnet. Feste Anhaltspunkte dafür, dass in diesem Gebiet wirklich Erze geschmolzen wurden, liefern die Schlackenvorkommen in einem Rofen- berger Alemannengrab.24 Der Spaten förderte im Borscht und Lutzen- güetle in gleicher Weise derartige Abfallprodukte der Eisengewinnung an den Tag. Deuten wir «Pochen» (Flurname in Mauren) als Erzstampfe, dann war ihr der Platz an der Seite eines Schmelzofens vorgezeigt. Das Erz, das man dort allenfalls zermalmte, stammte höchstwahrscheinlich aus dem Valorsch, wo noch um 152023 ein «Bergwerckh» einsatzfähig gewesen sein mag. Damit ist nicht ausgedrückt, dass alles Eisen aus einem im Bergbau herangeförderten Erz entsprang. Es bliebe zu unter- suchen, ob nicht in den Mooren Ockererde26 vorkam und Gegenstand der Verarbeitung war. Vermeint ist darunter das Raseneisenerz. Dessen Auftreten in den Sümpfen trug ihm auch den Namen Sumpferz ein. Mit der Zeit versiegte dessen Vorkommen, an das heute nur noch Namen wie Iseren etc.27 erinnern. Wir vermuten, dass man auch die zwischen 24 Anton Frommelt (JBL 1954, S. 57) bemerkt in seinem Grabungsbericht zum «Alemannenfriedhof in Eschen»: «... Weiter fand sich in diesem Grab ein unförmiges Stück Eisenschlacke, wie solche als Schmelzreste aus alten Schmelzen vorliegen.» 25 Vgl. Malin, Liechtenst. Urkundenbuch 1/4 S. 342. 26 Vgl. P. Reinecke, Die vorrömische Eisengewinnung im rechtsrheinischen Bayern; Der Bayerische Vorgeschichtsfreund 1926, S. 49 von Heft 6. Ergän- zend zitieren wir hier: J. Früh und Schröter, Die Moore der Schweiz, Bern 1904, S. 232 ff. 27 Flurname im Ruggeller Ried. Wir verweisen hier auch auf S. 129 —132 von E. Schafhauser, Probleme der rätischen Geschichtsforschung, Chur 1975. 175
        

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