trag,14 der den Ratifikationsvermerk des damaligen Landvogtes Josef Schuppler trägt. Der Kaufschilling, den der Käufer zu entrichten hatte, betrug 283 Gulden. Dementgegen übernahm der Verkäufer die Abgel- tung der bereits angefallenen Abgaben (den an das Rentamt zu leisten- den Wasserzins und die Gemeindesteuer) sowie die Bezahlung der Rati- fikationstaxe. In einer Sonderbestimmung bewilligte die Gemeinde Eschen die Erstellung eines Weihers oder Wassersammlers und zwar unter der Bedingnis, dass der Käufer die Anlage, bei sonstiger Haftung für etwa vorkommende Schäden und Unfallfährnisse, schütze. Sodann schreibt der Vertrag vor, was der neue Besitzer den Eschner Gemeinde- bürgern an Sägelöhnen berechnen dürfe, dies auch für den Fall, dass der Käufer die Säge mehr als 4 Jahre im Walde stehen lasse. Es wurde hier mit dem Eventualfall gerechnet, dass die Brettsäge weiter nach unten (Nendeln) verlegt werde. Die Gemeinde Eschen bewilligt dem Käufer ausserdem den Anbau einer Ölmühle,15 wobei diese im Verlegungsfalle hart an die neuerrichtete Säge anzubauen sei. Bei Eintritt des letzteren Ereignisses sei der Platz, wo der abgebrochene Betrieb gestanden, mit Waldbäumen zu bepflanzen. Josef Schuppler knüpfte die Ratifikation an den Vorbehalt, dass die anderen Mühlebesitzer des Landes — wohl nebenbei in Hinsicht auf deren Hanfreiben16 — nicht verkürzt werden dürfen. Am 5. März 1829,17 also genau nach Ablauf von fünf Besitzjahren, wechselte die Brettsäge abermals ihren Inhaber. Diesmal tritt ein Nend- ler, der «Lewenwirth» Wendelin Oehri, als Erwerber in Erscheinung. Die Ölmühle muss tatsächlich hinzugebaut worden sein, die diesbezüg- liche Kaufsurkunde spricht nämlich von einer «sogenannten Sagen und Öle in Nendeln». Der Kaufpreis betrug 500 Gulden. Nachträglich (4. 14 Gem. Arch. Eschen, 11/127. 15 Im Hinblick auf die Errichtung einer Ölmühle wurde angeordnet, was den Eschner Bürgern als Lohn für die Herstellung des Öles zu berechnen sei (4 kr pro Druck), dabei soll der Ölkuchen dem Ölmüller anfallen. 16 Das Pleuelgeld der Hanfreiben gehörte zum Mühlregale. Diese Abgabe wurde anfänglich an das Rentamt entrichtet, fiel aber nach 1848 der Landeskasse zu (vgl. E. Schafhauser, Liechtensteins Eschnerberg, St. Gallen 1959, S. 178) und 1868 überhaupt dahin (vgl. A. Schädler, Die Tätigkeit des Liechtenst. Land- tages im 19. Jahrhundert, in: JBL 1901, S. 150). 17 Grundbuch. 165
        

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