Zwei Jahre später (1869) sollte die Ziegelei veräussert werden. Ge- mäss Protokoll vom 16. Dezember jenes Jahres5 verkaufte die Fürstl. Domänenverwaltung zu Vaduz in Vertretung Sr. Durchlaucht des regie- renden Fürsten auf dem Versteigerungswege die diesbezügliche Liegen- schaft (Wohnung, Ziegelofen, Brennhaus, Stallung, Trockenschuppen) sowie die gesamte Ziegeleieinrichtung an Johann Josef Bickel von Altenstadt für das Meistbot von 2 950 Gulden. Zum mitverkauften In- ventar gehörte u. a. 25 Hohlziegelmodelle aus Holz, etliche Modelle für Mauer-, Ofen- und Pflasterziegel, ferner 18000 Dach- und Mauer- ziegelbrettchen. Der neue Unternehmer war an das oben aufgezeigte Pachtverhältnis (mit M. Kindle) gebunden und konnte daher erst nach Ablauf der Pachtdauer in den Betrieb eintreten, es sei denn, dass sich die interes- sierten Parteien über die Auflösung des Vertrages einigten, was denn augenscheinlich auch geschah.6 Das Rohmaterial für die Erzeugung der Ziegel, die Tonerde, wurde ungefähr im Räume des Nendler Bahnhofes, ober- und unterhalb der Bahnlinie, gewonnen: man bezeichnet jene Flur heute noch «Ziegelmad». Auf Joh. J. Bickel folgte Anton Bickel und nach diesem die Witwe des letzteren, Wilhelmine geb. Batliner, im Besitz." Die Ehe von Anton und Wilhelmine blieb kinderlos, was beide womöglich veranlasste, eine Adoption in Aussicht zu nehmen, um vielleicht dem Unternehmen einen Nachfolger zu sichern. In der Tat Hessen sie ihren an Kindesstatt angenommenen Adelbert Veit, nun Franz Bickel, entsprechend aus- bilden. Anton Bickel starb im Jahre 1906. Von da an lag der Betrieb etwa bis 1910 still. Franz, der Adoptivsohn, nahm nun diesen in die Hand, mechanisierte ihn und arbeitete mit grosser Umsicht. Doch sollte der neue Betriebsleiter die Früchte der inzwischen angelaufenen Ratio- nalisierung nicht lange geniessen. Die turbulenten Ereignisse des Jahres 1914 warfen ihre Schatten auch auf die Bickel'sche Familienfirma. Das Unternehmen, das so verheissungsvoll ansetzte, sollte seiner initiativen, jungen Kraft verlustig gehen. Franz, ein Reichsdeutscher, musste ein- 5 Grundbuch (E. Hs b. Fol. 162), Urk. B. 83 F. 789. 6 Maximilian Kindle errichtete nämlich in Triesen eine eigene Ziegelei (vgl. A. Ospelt, Wirtschaftsgeschichte, in: JBL 1972, S. 255). 7 Esch. Hs b. Fol. 162 (Grundbuch). 159
        

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