18. Jahrhundert Das 18. Jahrhundert war die Zeit grosser kriegerischer Auseinan- dersetzungen in Europa, besonders in der ersten Hälfte in Italien, wo die europäischen Grossmächte Frankreich, das habsburgerische Österreich und Spanien ihre Kämpfe um die Vorherrschaft austru- gen. In Graubünden standen 1743, in der Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges, bei einer Bevölkerungszahl von etwa 80'000 für fol- gende Staaten 10'350 Söldner im Dienst, was die jemals erreichte Höchstzahl bedeutet, davon Frankreich 2'850 Österreich 2'100 Niederlande 2'400 Piemont-Savoyen 2'100 Spanien (in Italien) 600 Rechnet man die ungefähre Zahl von Ausländern in diesen Bündner Regimentern ab, so kommen wir auf etwa 8'000 Soldaten. Jeder dritte Bündner im wehrfähigen Alter stand in fremden Dien- sten! Auch in Liechtenstein ist zu dieser Zeit der Höchststand der Reis- läufer erreicht. In der Zeit der grössten Kämpfe in Italien sind dort von 1734 bis 1746, also in einem kurzen Zeitraum 37 Landsleute gestorben oder gefallen, davon 22 aus Balzers und 12 aus Schaan! Aus der Totenliste des gesamten 18. Jahrhunderts können wir able- sen, dass mehr als zwei Drittel der Söldner, von denen wenigstens das Land bekannt ist, in dem sie der Tod ereilt hat, ihr Leben in Italien gelassen haben. Italien Es soll nun versucht werden, die politisch sehr komplizierten Verhältnisse des armen Landes, das zum grössten Teil unter Fremd- herrschaft gelitten hat, so gut als möglich darzustellen. Österreich auf dem Höhepunkt der Macht Der Sieg des Prinzen Eugen bei Turin (1706) hatte zur Folge, dass Frankreich aus Oberitalien verdrängt wurde. 1708 wurde das Herzog- 18
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.