erleben, dass drei andere österreichische Häuser, die Dietrichstein, Piccolomini und Auersperg, welche später die Fürstenwürde erhalten hatten, noch früher zu dieser Ehre kamen, wenn auch nur bedingungs- weise. Dies war im Jahre 1654 auf dem Reichstage zu Regensburg ge- schehen. Dem Fürsten Karl Eusebius und seinen Vettern blieb nichts übrig als einen motivierten Protest dagegen einzulegen, dass diese Ein- führung ihre früheren Rechte nicht schädige.»152 Dritter Regierer des Hauses wurde nach seinem Tode 1684 sein ein- ziger Sohn Johann Adam Andreas, wie sein Vater mit einer Fürstin Dietrichstein verheiratet und auch er politisch und militärisch kaum in Erscheinung tretend. Genannt «der reiche Hans Adam», war er «eine höchst interessante und bedeutende Persönlichkeit, eine der bedeutsam- sten in der Geschichte seines Hauses».15'* Es gelang ihm, den Besitz seiner Linie so zu erweitern, dass die Erträge daraus annähernd jene des Familienfideikommisses erreichten.154 Die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wichtigsten Erwerbun- gen beliefen sich auf eine Summe von mindestens 2'000'000 Gulden, so u. a. die Herrschaft Sternberg in Mähren (erworben 1695 und 1699 für insgesamt 504TJ00 Gulden), Judenau, Dittersdorf und Ordental (1701 für zusammen 156'000 Gulden); 1702 Lypto Ujvar in Ungarn für 129'800 Gulden; 1703 u. a. Weissenberg und Kirchberg für total rund 200'000 Gulden; 1708 Rotenhaus in Böhmen für 903'000 Gulden.155 Im Vergleich hierzu nehmen sich die dem Grafen von Hohenems abgekauften und im Schwäbischen Kreis weitab gelegenen reichsun- mittelbaren Besitzungen Schellenberg und Vaduz unbedeutend aus. Sie wurden zudem stark überzahlt: die Herrschaft Schellenberg wurde bei einem zwischen 2000 und 4000 Gulden liegenden jährlichen Ertrag im Jahre 1699 für 115'000 Gulden, die Grafschaft Vaduz (jährlicher Ertrag zwischen 4000 und 7000 Gulden) 1712 zu 290^00 Gulden erworben.156 152 Falke II 316/17. 153 Falke II 325. 154 Falke II 326. 155 Vgl. Falke II 327 ff. 156 Vgl. Falke II 343 ff. — Nach Seger 31 wurde Schellenberg sogar auf 1'200 Gulden, Vaduz auf 2'400 Gulden jährlichen Steuerertrag eingeschätzt, wäh- rend als fürstenmässig geltende Güter mindestens 15'200 Gulden ergeben sollten. — Die geringe wirtschaftliche Bedeutung des nur rund 160 km' 74
        

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