den «Begründer der erneuerten Macht und des gegenwärtigen Ansehens des Hauses»; seit Johann I. habe kein Mitglied der Familie tiefer und entscheidender in die Geschichte des Landes eingegriffen, im Unter- schied zu jenem habe Karl aber die Früchte dieser Anstrengungen der Familie bewahren können.9" In unbedingter Treue stellte er seine Ener- gie und staatsmännische Begabung in den Dienst der habsburgischen Sache,97 worüber er aber seine eigenen Interessen nicht vernachlässigte.98 Von Haus aus ist Karl schon «einer der ersten in zwei Ländern» (Böhmen und Österreich).99 Seine Dienste für die Habsburger sind zunächst finanzieller Natur. Die Kaiser Rudolf II. geliehenen Gelder belaufen sich im Jahre 1605 auf die ansehnliche Summe von rund 410'000 Gulden.10" Eine kluge Finanz- und Heiratspolitik — er ehe- lichte anfangs der Neunziger Jahre eine der beiden Erbtöchter des namhaft begüterten Hauses Schembera von Boscovitz und Butschovitz, während sein Bruder Maximilian die andere heimführte1"1 — ermög- lichte ihm diese Darlehenspolitik. Seine steile politische Laufbahn führte Karl schon im Jahre 1599 zum Amt des Oberstlandrichters von Mähren102 und, 1600, zum Gehei- men Rat, Obersthofmeister am Hofe zu Prag,103 1604 zum Landes- hauptmann von Mähren,104 1605 sogar zum Feldherrn der Mähren ge- gen Ungarn.105 1607 erfolgte der Bruch mit Kaiser Rudolf IL, der ihm noch 1606 den Titel «Hoch- und Wohlgeboren» sowie 1607 den Palati- 96 Falke II 127. 97 Seger 6. 98 Burckhardt II 454 Anmerkung 67 findet «solche mit materiellen Vorteilen im Stil der Zeit eng verknüpfte Gesinnung» auch bei dem Karl nahestehenden Fürsten und späteren Herzog von Krumau, Hans Ulrich von Eggenberg, 1568 — 1634, der für die Wiederberufung des im verschwägerten Wallenstein eintrat. 99 Falke II 128. 100 Falke II 141. 101 Falke II 135 ff schildert die Schwierigkeiten beim Ubergang der bedeuten- den Erbgüter (auf Karl kamen die Herrschaften Czernahora und Aussee, auf Maximilian Butschovitz und Posoritz) des Hauses Schembera auf das Haus Liechtenstein über die beiden Erbtöchter. 102 Falke II 141. 103 Falke II 141 f. 104 Falke II 148. 105 Falke II 149. 54
        

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