§ 2 Die Periode des «fallweisen» Hausrechts und die Ent- stehung von Hausobservanzen (von 1386 bis zur Ein- führung des Seniorates 1504) I. JOHANN I. UND DIE ERBEINIGUNG VON 1386 1. Johann L, der «Gewaltige Hofmeister» Unter den Söhnen Hartneids II. sind allein von Bedeutung Johann 1., Hartneid IV. und Georg II. In Haus- und Landesangelegenheiten treten sie oft zusammen auf, vor allem seit 1370.41 In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bilden sie die eigentliche Vertretung des Hauses. Un- ter ihnen ragt Johann I. weit hervor. Von den älteren Brüdern ist Hartneid III. zu erwähnen, der das Geschlecht fortpflanzt. 1368 dürfte Johann zum Hofmeister Herzog Albrechts III. ernannt worden sein.42 1370 wurde er Mitglied jener fünfköpfigen Kommission, der die Herzoge Albrecht III. und Leopold III. für einige Jahre die Finanzverwaltung ihrer Lande übergaben, von dieser Massnahme wohl eine Sanierung ihrer misslichen Finanzlage erhoffend; damit traten sie der Kommission faktisch die Regierungsgewalt ab.43 Hieraus erhellt Stellung und Bedeutung Johanns, vorab aber das Vertrauen, das ihm die beiden Herzoge von Österreich entgegenbrachten. Mit zahlreichen Darlehen half er ihnen ausserdem aus manchen finanziellen Schwierig- keiten.44 1377 erhält er vom Markgrafen Jobst von Mähren, 1380 von König Wenzel von Böhmen Bestätigungen betreffend die mährischen Besitzungen des Hauses.45 Daraus geht hervor, dass er, noch zu Leb- zeiten seines älteren Bruders Heinrichs IV., als das Haupt der Familie betrachtet wurde.4" Im Jahre 1395 wird er von Herzog Albrecht für seine Gattin, Elisabeth von Puchheim, und ihre Erben beiderlei Ge- schlechts mit einem Teil an Stadt und Herrschaft Feldsberg belehnt.47 41 Falke I, 327 und 335; sie wurden auch oft zusammen belehnt: z.B. 1376 mit Stadt und Feste Traburg (Falke 1, 341), 1389 Feste Lundenburg und 1394 Schloss und Markt Dürnholz (Falke I, 368; Urkunden jeweils bei Jenne). 42 Falke 1, 335 f. 43 Falke I, 337 f. 44 Falke I, 340 f„ 344 f. 45 Falke f, 335; Jenne. 46 Falke I, 345. 47 Falke I, 363 (aus der Ehe geht indessen nur eine Tochter, Katharina, hervor). 27
        

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