an das Wohngebäude angebaut ist eine offene Bogenhalle, die einen rechteckigen Garten mit figuralen Brunnen umfängt. Der Grundriss des Erdgeschosses dieses Schlosses unterscheidet in Farben zwischen «Benutzbare Fundamente, Benutzbares Mauerwerk, Abzutragendes Mauerwerk und Neues Mauerwerk». Ein Vergleich die- ses Grundrisses mit einem alten Grundriss des «Missionshauses Guten- berg» im Landesarchiv in Vaduz2 erbringt den Nachweis, dass das neue Schloss auf den Grundriss des Missionshauses gebaut werden sollte. Wenn es auch erstaunlich ist, dass so bald nach Fertigstellung des Gebäudes bereits an seine Demolierung gedacht war, so ist zu berück- sichtigen, dass einerseits das Erziehungsheim ohne Benützung leer stand und dass andererseits im ganzen Land für den Landesfürsten und seine Hofhaltung keine Wohngelegenheit bestand. Waren doch die Burg in Vaduz und in Balzers damals recht verfallene Ruinen, die Burg Vaduz war zum grossen Teil als Kaserne genutzt. Auf dieser Überlegung dürfte das Projekt Wohnschloss auf Guten- berg basieren. Was dann dazwischen gekommen ist, wissen wir nicht, das Vorhaben wurde jedenfalls fallen gelassen, vielleicht dass man doch Bedenken hatte, das Missionshaus zu opfern. Interessant an diesem Vor- haben ist jedenfalls, dass der junge Fürst Johannes II. bereits so früh sich mit dem Gedanken trug, im Lande einen Wohnsitz zu errichten, ein Plan, der dann allerdings erst dreissig Jahre später durch die Errich- tung des Absteigquartiers neben dem Schloss Vaduz durch den Archi- tekten Ignaz von Banko verwirklicht wurde. Zur Klärung der Bedeutung dieser Pläne wurde vorerst die Fürst- liche Hofkanzleiregistratur in Wien durchgesehen und dort festgestellt, dass 1862 zwischen der Fürstlichen Hofkanzlei in Wien und dem Regie- rungsamt in Vaduz eine Korrespondenz stattfand, wegen Erbauung eines fürstlichen Wohngebäudes in Balzers. Im Jänner 1862 überschickte das Vaduzer Regierungsamt den Plan «über das fürstliche Wohngebäude zu Gutenberg» an die Wiener Hofkanzlei, welch Letztere dann eine Skizze verlangte, welche das projektierte Schloss zusammen mit der Ruine Gutenberg veranschaulichen sollte. Am 6. März erging dann der 2 Ich bedanke mich hier nochmals bei dem Leiter des Hecht. Landesarchives Dr. Alois Ospelt für sein Interesse und für seine Geduld. 260
        

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