Blacke — Unkraut Das mundartliche «Blacke» bezeichnet verschiedene mastige Pflan- zen, Unkrautblätter oder einfach grosses Blatt (vgl. auch Schädler, 1915, pp. 20). Im «Blackenries» (plakares) im Eschner Wald, am Dreischwestern- massiv, ist wohl auf diesen feuchteren Stellen die Pestwurz Anlass zum Flurnamen. In den Alpen kann die Lägerflora, also die nährstoffreichen Lager- plätze des Viehs, mit Kreuzkraut, Sauerampfer und Brennesseln in Frage kommen. Besser versteckt sich eine andere Bezeichnung der Lägerflora in den Flurnamen mit «Lus», dem Lauskraut, so z.B. im «Lusbühel» gar viermal auf Nenzinger Alpen oder einmal in Schnifis im Walgau. Auch der einzige Liechtensteiner Flurname, der «Lausbüchel» (Lusböchl) am Schellenberg, muss wohl mit einer Unkrautpflanze in Zusammenhang gebracht werden. Nach Frick (1977, pp. 54) heisst beispielsweise der weisse Germer im Dialekt «d'Lusworza». Frick (1974) sieht im Weiler «Lavadina» der Gemeinde Triesenberg eine Ableitung aus dem lat. Lagathinum = Sauerampfer. In Graubünden soll der Sauerampfer ebenfalls namensbildend geworden sein. Auch Gabathuler (1944) leitet «Lavadarsch» (in der Nähe des Kurhauses Alvier) auf das rr. lavatera = Blackengarten mit Alpenampfer (Rumex alpinus) zurück. Früher sollen die Blacken gebrüht und in grossen Kästen der Gärung überlassen und dann als Schweinefutter gedient haben. • Blackenries, Eschen • Lausbüchel, Schellenberg • Lavadina, Triesenberg? Das gute Futtergras wird als «Mueterna» bezeichnet. Die Ein- deutschung dieses Begriffes macht die ursprüngliche Deutung kaum mehr verständlich. • Muttertola, Guschg-Schaan • Mutternen, Lavvena-Triesen • Mutternwand, Lawena-Triesen 249
        

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