LANDWIRTSCHAFTLICHE WERTUNGEN DES BODENS DURCH ZEIGERPFLANZEN Es ist zu erwarten, dass der Bauer früher seine landwirtschaftliche Wertung des Bodens auch öfters in den Flurnamen ausgedrückt hat, so in: Blacke, Mueterna, Burst oder Moos, als einige qualitative Benennun- gen, die sich meist auf den Wuchs bestimmter Standortszeiger beziehen. Schilfrohr (Phragmites communis) Das mhd. Rohr bedeutet Schilf oder Röhricht. Die liechtensteini- schen Flurnamen mit Rohr konzentrieren sich fast ausschliesslich auf Eschen, wo sich einst ein grösseres Röhricht am Fusse des Fluxbüchels befand. • im Rohr, Eschen • Rohrbruck, Eschen • Rohrbrunnen, Gamprin • Rohrbünt, Eschen • Rohrmähder, Eschen • Rohrpritschen, Eschen Die zahlreichen Namen auf «Riet» müssen nach Hammer (1973, pp. 87) ausnahmslos an das ahd. hriot, riot = «Schilfrohr» angeknüpft werden. Da sich das Schilfrohr jedoch ausschliesslich auf wässrigem Boden entfaltet, hat das Wort früh eine semantische Erweiterung erfah- ren, und zwar in Richtung «sumpfiger Boden, gewöhnlich mit Schilf, Binsen oder bei Entwässerung mit grobem, saurem Gras bewachsener Grund». In diesem Sinne fasste J. R. Steinmüller (1804) seine Beobachtungen wie folgt zusammen: «Noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts (also des 18. Jh.) bestand weit der grössere Theil des von Natur zur Frucht- barkeit bestimmten wagrechten Rheintälchens aus Allment, welche man überhaupt Riedboden nennte, und wovon keinen andern Nutzen zog, als dass alljährlich das Rindvieh und vorzüglich auch die Pferde daselbst einige Wochen lang schlechte und zum Theil ungesunde und versumpfte Weide fanden». 245
        

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