land, in Bludesch, gibt es den Flurnamen «Kriechaquart», gemäss Vogt (1977) ist die Krieche eine Pflaumenart. Eugen Bühler, Triesen, macht mich darauf aufmerksam, dass früher am Berg der Mist an steilen Hängen mit dem Seilzug ausgebracht wurde. Der entsprechende Ausdruck für diese Tätigkeit war «kriega». Die Realprobe ist infolge Unkenntnis der Örtlichkeit nicht möglich. • Kriegabüchel, Triesenberg? Holunder (Sambucus spec.) Der Holderstrauch heisst ahd. holuntar, mhd. holunter, holunder, holder oder holler. Dass der Holder flurnamenbildend auftritt, ist eigent- lich nicht verwunderlich, wurde er doch häufig in der Volksmedizin ver- wendet. Das Holdermus, d.h. der aus Holunderbeeren gekochte Brei, wurde zum «Ribel» gegessen. In Form von Confiture, diesmal aber der rote Holunder, ist er am Triesenberg als «Latwäri» bekannt, während er am Schellenberg als «Guuts» eine angenehme Beigabe ist. Am Trie- senberg durfte das Holderholz nicht verbrannt werden, das bringe Un- glück (mündl. Eugen Bühler, Triesen). Nach dem Schweiz. Idiotikon (vgl. Brandstetter, 1902, S. 70) wird in verschiedenen Regionen «Holler» statt «Holder» gesprochen. Zusam- mensetzungen mit Hag sind in der Region recht häufig (z.B. beim Hag in Balzers und Triesenberg; früher reihenweise sehr eng gepflanzte Weissdorne (Crataegus spec). • in Quader beim Hollerhag, Schaan Hasel (Corylus avellana) Der Haselstrauch kommt in Liechtenstein verbreitet bis auf 1400 m in steinigen Lagen und an Waldrändern vor. Es ist deshalb verwunder- lich, dass dieser altheidnisch mythische Strauch (Haselrute zum Schatz- suchen, zur Abwehr von Schlangen, vgl. Vonbun 1862), der auch bei den Buben zum Schnitzen recht beliebt ist, nicht mehr in den liechten- steinischen Flurnamen verankert bleibt, dies im Gegensatz zum Walgau, 231
        

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