Eberesche (Sorbus aucuparia) Die Eberesche, auch Vogelbeere genannt, kommt in den lichten Wäldern Liechtensteins vom Rheintal bis zur Waldgrenze vor. Ihre häufigsten Standorte finden sich allerdings in den alpinen Lagen. Direk- te Hinweise auf diesbezügliche Flurnamen lassen sich in Liechtenstein keine entdecken. Im Walgau gibt es beispielsweise einen «Dörgitsch- boden» in Bürs, den Vogt (1977) auf die Eberesche zurückführt. Am Triesenberg und in Schaan wird die Eberesche «Girigitsch» genannt. Es ist bekannt, dass die Beeren der Eberesche früher gebrannt wurden. Es sind in Liechtenstein an abgelegenen Stellen Flurnamen bekannt, die auf dieses Brennen hinweisen. Es soll denn auch nach Frick (1976) im «Brantawiitobel» im unteren Saminatal bis zum 1. Weltkrieg «schwarz» gebrannt worden sein, um die damalige hohe Steuer umge- hen zu können. Einen «Brantawiwald» kennt auch das benachbarte Nenzing (Walgau). • Brantawitobel, Garselli-Triesenberg • zu Branntweinhütte, Steg-Triesenberg • Branntweinloch, Lawena-Triesen Schwarzpappel (Populus nigra) Die Schwarzpappel heisst in den Dialekten unserer Region «Alber» (vgl. Alberwald, Gabathuler, 1944, S. 8), wo sie neben der «Felbe», der Weissweide, oft den einzigen Hochstamm in den ehemaligen «weichen Auen» bildete. Alber hat mit dem lat. albus = weiss, nichts zu tun. Er wird vielmehr vom lat. arbor = Baum (ital. albero) abgeleitet. In der Schweiz ist der «Alber» nur auf die Ostschweiz begrenzt, daneben sind in den Dialekten (nach Brandstetter, 1902, S. 55) die fol- genden Namen für die Schwarzpappel bekannt: Sarbaum, Sarbache, Sarbeck, Sarbollen, Sarbellen, sarben, saren, Bachsoren. Sar ist ein Bach- name und bedeutet mit Geschiebe überdeckt. Sarbollen ist mit Bol zusammengesetzt. Nach Grimms Wörterbuch II, S. 230, heisst Bolde, Bolle, Bollweide auch Pappel, so dass im Wort Sarbollen die Pappel steckt (vgl. etwa Pleonasmus in Gantenstein). Bol bezeichnet auch einen Hügel, eine Anhöhe, eine Halde. Dies könnte etwa in Boleskopf (Bal- zers, GR-Gebiet) stecken. 223
        

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