ist so eine Kraft des Ausgleichs und des Zusammenhalts. Durchlaucht, Sie haben es in den vergangenen 40 Jahren verstanden, alle diese Prinzi- pien mit Leben zu erfüllen. Doch nicht nur das: Am 26. Juli 1938 gelobten Sie, «dem Lande ein gerechter Fürst zu sein» und «den Bedrängten und Armen ein Helfer». Wo die Parteien gelegentlich das tun, was der Mehrheit gefällt oder die Mehrheit verschafft oder sie erhält, sind Sie, Durchlaucht, diesem Wett- bewerb enthoben, vor allem auch dem nachgegangen, was solche Ab- sicherung nicht bot. Wie ein roter Faden durchzieht es Ihre Thronreden: die Sorge um die sozial oder aus anderen Gründen Benachteiligten, die Stellung der Frau und das Frauenstimmrecht, die Ausländer und deren Familiennachzug, die Einbürgerung, andere Konfessionen. So sind Sie, sich der Schwächeren und der Minderheiten annehmend, zugleich auch Kraft der Integration geworden. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Fürstin nennen, die, seit sie bei uns ist, in ihrer fraulichen und mütterlichen Art zum Wohle vieler tätig wurde. Das Gemeinwohl ist kein Abstraktum. Monarchische und demokratische Elemente sind ineinander ver- strebt. Sie verbinden und unterstützen und tragen einander. Ihre Grund- struktur hat für unseren Staat Vorteile. Ich bin überzeugt, dass — bei allen aufgezeigten demokratischen Anpassungen — unser Staat solide Voraussetzungen mitbringt, um den heutigen Fragestellungen, den äus- seren, und auch den inneren, von denen ich nicht gesprochen habe, ge- recht zu werden. Auf der offiziellen Medaille zum 40. Regierungsjubiläum stehen die Worte: «PRO DEO CUM POPULO» (für Gott zusammen mit dem Volk). Wenn Sie, Durchlaucht, die Versprechungen zu Beginn Ihrer Re- gierungszeit mit Leben erfüllt haben, so scheint mir der Schlüssel hiezu in diesen Worten auf der Medaille zu liegen. Sie verstehen Ihre Stellung als Dienst. Das strahlt aus. Zugleich ist der Staat für Sie nicht die letzte verpflichtende Ordnung, wie es auch in eindrücklicher Weise in der neuen Präambel zum Schweizer Bundesverfassungsentwurf, den Sie Herr Bundesrat Furgler leitend mitgestaltet haben, steht, wo vom Na- men Gottes des Allmächtigen die Rede ist und von den «Grenzen aller staatlichen Macht». Nur die Einbettung von Staat und Mensch in diese verpflichtende Ordnung wird den Menschen vor dem Staat und vor den Menschen sichern. XV
        

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