C. Vom Untergang des Heiligen Römischen Reiches deut- scher Nation und der Erlangung der Souveränität 1806 bis zur Einführung der Kognatenerbfolge durch das Hausgesetz von 1842 I. ZUR STAATSRECHTLICHEN ENTWICKLUNG LIECHTEN- STEINS IN DER ERSTEN HÄLFTE DES 19. JAHRHUNDERTS 1. Der Rheinbund (1806—1813) a) Zur allgemeinen politischen Lage «Die gänzliche Umgestaltung Deutschlands in politischer und terri- torialer Hinsicht war nicht eine Folge der neuen Ideen der Französi- schen Revolution, welche die benachbarten Deutschen zunächst zwar rasch begeisterten, aber kaum eine Nachahmung des französischen Vor- bildes brachten. Der deutsche Partikularismus und die andersartige wirtschaftliche und soziale Struktur des Reiches lieferten keinen frucht- baren Boden für die westlichen Ideen, sondern entscheidend waren die siegreichen Schlachten Napoleons und die von ihm, pochend auf seine Erfolge und Macht, äusserst klug geführten Verhandlungen und sehr günstigen Friedensverträge.»202 Napoleon war am 18. Mai 1804 Kaiser der Franzosen geworden. In verschiedenen — teils geheimen — Friedensverträgen nützte er einer- seits die Begehrlichkeit der kleineren und mittleren Fürsten nach terri- torialer Erweiterung aus. Andererseits fand er in der antikirchlichen Haltung Kaiser Josephs IL, im sog. Josephinismus, indirekt eine Stütze seiner Politik, nämlich die deutschen Fürsten für die Wegnahme links- rheinischen Gebietes mit rechtsrheinischen geistlichen Territorien (über- reichlich) zu entschädigen. Der Kaiser billigte dieses Prinzip der Säku- larisation sogar selber, indem er im Frieden von Campo Formio 1797 sich bereit fand, für die Abtretung linksrheinischen Gebietes (Mainz) sich mit rechtsrheinischem entschädigen zu lassen.203 Ein bereits 1801 im Zusammenhang mit dem Frieden von Luneville gebildeter Ausschuss (Deputation) des Reichstages fasste am 25. Febru- ar 1803 den vom Kaiser am 27. April sanktionierten Reichsdeputations- 202 Rauh II 9/10. 203 Rauh II 10. 97
        

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