Besitz fürstenmässiger Immediatgüter zur unabdingbaren Voraussetzung für eine Aufnahme in den Reichsfürstenrat erklärte. Dies hatte zur Folge, dass nun das Hauptgewicht auf den Erwerb solcher Güter gerichtet wurde. Ein erster Teilerfolg gelang allerdings erst am 18. Januar 1699 mit dem Kauf der Reichsherrschaft Schellen- berg.181 Diese hatte aber seit jeher nur als Teil der Reichsgrafschaft Vaduz, mit der allein Sitz und Stimme auf dem Reichstag verbunden waren, gegolten. Beide zusammen genügten zudem für eine fürsten- mässige Begüterung nicht. Fürst Johann Adam Andreas wurde 1707 nur Mitglied der Fürstenbank des Schwäbischen Kreises, zu dem Schellen- berg gehörte, nachdem er diesem als Ersatz für mangelhafte Begüterung 250'000 Gulden zinslos hatte leihen müssen. Trotz Empfehlungen des Schwäbischen Kreises und Kaiser Karls fand aber auch ein weiteres Ge- such um Aufnahme am 9. Juli 1709 in Regensburg keine Gnade. Der Erwerb von Vaduz 1712 konnte vorerst auch nicht ausgenützt werden, da er erst im Todesjahr des Fürsten Hans Adam erfolgte und die imme- diaten Güter, wie bekannt, nicht auf die Primogenitur übergingen. Weit mehr brachte das Vertrauensverhältnis zwischen dem 1701 an die Regierung gelangten jungen Kaiser Karl VI. und seinem Erzieher, dem Fürsten Anton Florian. Jener empfahl den Fürsten am 6. April 1712 zur Aufnahme wegen seiner Verdienste um ihn und weil das Haus Liechtenstein schon vor fast hundert Jahren in den Reichsfürstenstand erhoben worden sei. Kein Wort mehr von immediater Begüterung. Be- reits am 3. Dezember 1712 wurde die Zulassung Anton Florians und seiner Nachkommen zu Sitz und Stimme auf der weltlichen Fürstenbank beschlossen; die Einführung fand am 15. Februar 1713 statt. Die Zu- lassung erstreckte sich damit nicht auf die Philippinische Linie. Damit sie wenigstens für seine Linie wirksam wurde, musste sich Anton Florian zum Erwerb fürstenmässiger Immediatgüter verpflichten, sonst blieb sie auf seine Person beschränkt. Wie bekannt, gelang es Anton Florian, unter agnatischer Zustimmung tauschweise die reichsunmittelbaren Herrschaften an sich zu bringen und sie mit der Primogenitur des Hauses zu verbinden. Die kaiserliche Bestätigung des Tauschvertrages vom 12. März 1718 erfolgte bereits am 8. Juni desselben Jahres, worauf Anton Florian den Kaiser um Erhebung dieser Herrschaften zu einem Fürsten- 181 Den Kauf Schellenbergs behandelt Seger ausführlich im JBL 58. 90
        

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