Schnürstiefel, der sogenannten Topanken. Die sechs Paar schwarzen, gelben und blauen Stiefel wurden in der nämlichen Reihenfolge zur Reise, in der Stadt und bei Gala angezogen.61 Vergleichbar mit den Läuferstöcken und den Bandelieren der Büchsenspanner hatte auch die Haidukenlivree ein besonders signifikantes Zubehör, bei dessen prunk- voller Ausstattung keine Kosten gespart wurden. Gemeint ist der in der Säbeltasche steckende sogenannte «Pusican», ein Säbel, der an einem mit blauem Samt überzogenen und mit breiten Goldborten verzierten Lederriemen hing. Wieder war es der Goldarbeiter Dominik Sute- r e 11, der den Auftrag für die Ausführung sowohl der Pusicans als auch der Säbel- und Riemenbeschläge erhielt. Wie wir seiner Abrech- nung entnehmen,62 machte er zuerst «ein . . . Model von Silber . . . vor die Fason». Danach stellte S u t e r e 11 die Appliken und Beschläge für die sechs Haidukensäbel her, deren silberne Gefässe ihm vom bürger- lichen Langmesserschmiedemeister Joseph W. F i n d t e r 1 zusammen mit neuen vergoldeten Klingen geliefert wurden.63 Für die Pusicans und die verschiedenen Verzierungen erhielt S u t e r e 11 mehr als 2000 Gul- den ausbezahlt. Auch die mit Stickarbeit geschmückten ledernen Säbel- taschen — meistens zeigten sie das Wappen des jeweiligen Herrn (Abb. 6) — wurden von Suterell entworfen. Doch damit nicht genug, fertigte der Meister auch «einen Muster Säbel samt Mundirung und Sappenen Scheid (= Scheide aus Zappenhaut)» an, für den er, wie übrigens für alle Modelle, 40 Gulden berechnete.64 Nicht nur für die Livree der Haiduken wurden ungarische Schneider und Czismamacher benötigt. Auch bei der Ausstattung der zwei unga- rischen Edelknaben waren sie massgebend beteiligt. Die Institution der Edelknaben oder Pagen, deren Gewänder zum Abschluss besprochen werden sollen, unterstand seit altersher dem Stallmeisteramt.63 Die Söhne ausgewählter Edelleute wurden im Knabenalter an den Kaiser- 61 Rechnung Nr. 140. 62 Rechnung Nr. 96. 63 Rechnung Nr. 111. 64 Wie Anm. 62. 65 Albert H ü b 1, Die k. u. k. Edelknaben am Wiener Hof. Jahresbericht des k. k. Obergymnasiums zu den Schotten in Wien (1912), und allgemein Ivan Ritter von Z o 1 g e r, Der Hofstaat des Hauses Österreich (Wiener Staats- wissenschaftliche Studien 14, 1917) 134 ff. 109
        

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