von Hohenems.9 Dieser feierte im Jahr 1642 mit grosser Prunkentfal- tung auf Schloss Vaduz seine Hochzeit, zu welcher u. a. auch die Lan- desfürstin von Tirol, Claudia von Medici, die Witwe Erzherzogs Leo- pold V., eingeladen war.10 Die späteren Grafen von Hohenems führten eine arge Misswirtschaft und gerieten in immer tiefere Verschuldung. Sie vernachlässigten auch das Schloss Vaduz gänzlich, das infolgedessen immer mehr verfiel. Schliesslich mussten die beiden Herrschaften Vaduz und Schellenberg unter kaiserliche Administration gestellt und endlich auf kaiserliche Anordnung verkauft werden. Im Jahre 1699 erstand Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg um 115.000 fl und im Jahre 1712 auch die Grafschaft Vaduz um den Kaufpreis von 295.000 fl. Unter liechtensteinischem Regime wurde eine breite Zufahrt durch den Zwinger angelegt, auch im Zusammenhange damit die Brücke über den Torgraben sowie der alte Burgweg aufgelassen und der Zwin- ger, durch Verlängerung der Aussenmauer bis an die Südwestecke des äusseren Burgtores, geschlossen. (Vgl. Plan II Punkt p und q). Für die Verteidigung der neuen Einfahrt wurde quer über den Zwingerweg ein neues Wachhaus erbaut, welches die Fahrstrasse sperrte. Um 1721 wurde der Ingenieur und Geometer Joh. Jac. Heber aus Lindau beauftragt, Pläne des Schlosses Vaduz aufzunehmen. Diese sind noch heute erhalten und bieten uns zahlreiche für die Baugeschichte des Schlosses interessante Angaben. Die von dem Ingenieur Heber selbst vorgeschlagenen Um- und Neubauten wie z. B. die Errichtung einer «Schneggen» an Stelle der südwestlichen Freitreppe, die Erbau- ung von «Scheinpfeilern» im oberen Mittel des südlichen Rondells, in dem anstossenden Stiegenhaus, im Turm usw. sind zum Glück nicht ausgeführt worden. Die Burg Vaduz wurde bereits während der Kriege im 17. und 18. Jahrhundert wiederholt für militärische Einquartierungen benützt. 9 Auf dem Porträt des Grafen Franz Wilhelm von Hohenems (| 1662), eines Neffen des Grafen Franz Markus, findet sich eine Ansicht der Burg Vaduz, welche den Lustgarten mit seiner Umfassungsmauer bereits angibt. Das Porträt ist jetzt im Besitz S. D. des regierenden Fürsten von Liechtenstein. 10 Kaiser, 1. c. p. 390. 64
        

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