Schosses mag wohl auch der Umstand gegeben haben, dass die Burg Vaduz in ihrem besherigen Bestand für die Hofhaltung des pracht- liebenden neuen Herrn nicht genügend Wohnräume enthielt. Diesem Mangel suchten Graf Rudolf von Sulz und seine nächsten Deszendenten auch in den anderen Schlossteilen abzuhelfen. Der westliche Flügel bekam ein 2. Stockwerk mit Ausnahme des neben dem inneren Burg- tor stehenden Küchengebäudes. Das gegen Süden anstossende Gebäude, welches bisher nach dem Hof zu offen gestanden, wurde geschlossen und erhielt eine bis ins neue obere Wohngeschoss führende Wendel- treppe (vgl. Plan II, neben Punkt h). Auch über dem Pferdestall und dem daneben befindlichen Wirtschaftsgebäude wurde ein Wohnge- schoss aufgebaut, wodurch allerdings eine Lichtscharte des Bergfrieds ausser Funktion gesetzt wurde. Um nun eine bequeme Verbindung zwischen diesen neuen Wohn- trakten und den südlichen Schlossteilen herzustellen, wurde die Nord- Süd-Mauer des Bergfrieds im 2. Geschoss durchbrochen und hier eine Brücke durch den Turm geführt. Wahrscheinlich bei diesem Anlass wurde die durch den Brand von 1499 zermorschte Mauerkrone des Bergfriedes abgetragen und durch andersartige, mit viereckigen Maul- scharten versehene Zinnen abgeschlossen. Ob der Bergfried damals mit einem Zeltdach oder einem einfachen Statteldach abgedeckt wurde, lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Nach der Hofseite und gegen das südöstliche Stiegenhaus wurde der Bergfried dem Geschmack der Renaissance-Epoche entsprechend verputzt und übertüncht. Sehr viel taten die Grafen von Sulz auch für die künstlerische Aus- schmückung der Burg Vaduz. Die Wohnräume wurden mit schönen Getäfeln, mit stilisierten Öfen und Kaminen ausgestattet. Besonderen Wert legten sie auf malerische Dekoration sowohl der Innenräume wie der Aussenseite des Schlosses. Figurale und ornamentale Wandmale- reien aus dem 16. Jahrhundert sind erhalten in dem Vestibül des er- sten, Geschosses, im Treppenhaus, als Umrahmung des Saalbaues, am Eingang und am Haupteingang in den Prunkraum des südlichen Rondells. Auch der im 19. Jahrhundert abgetragene sogenannte «Schöne Saal» im 2. Geschoss des Saalbaues war mit feiner Rankenmalerei ge- schmückt, von der unter dem rezenten Pultdach bei Beginn der Re- staurierung noch einzelne Reste erhalten waren. Die ganze hofseitige Front des westlichen Flügels erhielt en grisail gemalte Fenster- und 62
        

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