Der Befund Anlässlich der Bauvorbereitungen für das neue Depot der fürst- lichen Gemäldesammlung und weiterer Schutzräume im Innern des Nordrondells des Schlosses Vaduz stiess man auf dunkel verfärbte Schichtzonen, die prähistorische Keramik enthielten. Auf Veranlassung der Herren Regierungsrat Dr. G. Malin und F. Marxer, Direktor des Liechtensteinischen Landesmuseums und Präsident des Historischen Vereins, übernahm das Schweizerische Landesmuseum Oberaufsicht und wissenschaftliche Auswertung der vorzunehmenden Notgrabung. Der Schreibende wurde mit der Grabungsleitung betraut.* Eine erste Bergungsphase fand zwischen dem 21. März und 4. April 1977 statt. Von den bereits vor meiner Ankunft geöffneten Sondierschnitten 1 — 5 diente uns, dank ausgeprägter Schichtung und Farbkontrasten, der Schnitt 1 als Bezugsprofil; er wurde entsprechend hergerichtet (Abb. 1). Heute stellt dieses Profil die «piece de resistence» für die Erklärung verschiedenartiger Vorgänge auf dem Schlosshügel dar. Bis kurz vor Abbruch des Innenausbaus des Nordrondells präsen- tierte sich der Boden mit einer in ein Sandbett verlegten Bollenbsetzi. Anfänglich nahm man an, dass dieser Boden in direktem Zusammenhang mit der umfassenden Renovation und Wiederherrichtung des Schlosses 1905 — 1912 zu stehen habe. Der Bericht von E. Rheinberger über die Schuttausräumung aus dem Nordrondell im Jahr 1904 spricht von der Erreichung des Gehniveaus von 1530. Tatsächlich ist die oberste Schicht von etwa 50 cm Mächtigkeit unter der Bollenbsetzi ganz mit «neuzeit- lichem» Schutt aufgefüllt. Man muss annehmen, dass ein Grossteil die- ser Schicht, in der sich teils auch massiert Dachziegel befanden, nach den Restaurierungsarbeiten angelegt worden ist und zur erhöhten Pla- nierung des Innenraums des Nordrondells gedient hat. Die einzelnen Einfüllvorgänge sind an der verschiedenartigen Zusammensetzung der * Mitarbeiter: F. von Büren, Schweizerisches Landesmuseum Zürich. Eine Equipe des Bauamtes unter der Führung von W. Batliner, die bereits mit Erfolg an mehre- ren Fundstellen im Fürstentum eingesetzt worden ist, stand uns ebenfalls zur Ver- fügung, zeitweilig auch zwei einheimische Studenten. Die Plandokumentation bauseits und die Zeichnung des Schnittprofils wurden von P. Albertin, Winterthur, ausgeführt, die Photodokumentation von W. Wächter, Schaan, und vom Verfasser. Mit Rat und Tat stand auch Kabinettsdirektor R. Allgäuer bei. Allen sei bei dieser Gelegenheit herzlichst gedankt. 9
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.