liehen zu befolgen. Dass ein solches Unternehmen da und dort zu Kom- promissen führen muss, ist einleuchtend. Wie weit aber solche Kom- promisse gehen durften, darüber kam es dann auch in der «Schlossbau- kommission» zu Meinungsverschiedenheiten. Nicht zuletzt auf Grund solcher Meinungsverschiedenheiten trat Egon Rheinberger im Jahre 1908 als Mitglied aus dieser Kommission aus. In der «Gedenkschrift für Franz Ritter von Wieser» die im Jahre 1925 von dessen Freunden zwei Jahre nach seinem Tod in Innsbruck herausgebracht wurde, skizziert der damalige Landeskonservator Dr. Josef Garber im Zusammenhang mit der Restauration des Schlosses Tirol oberhalb Meran (1882 bis 1898 und 1904 bis 1912) die Einstellung v. Wiesers gegenüber Burgenrenovationen ganz allgemein: «Inzwi- schen aber hatte das Restaurierungsprinzip eine Wandlung durchge- macht, die mehr auf die Erhaltung der alten Teile als auf die Ergän- zungen losging, und während diese Arbeiten ausgeführt wurden, (Schloss Tirol) erhoben sich Stimmen gegen die «Rekonstruktionen». Wieser verteidigte sich dem Ministerium gegenüber in einer Recht- fertigungsschrift vom Jahre 1901 und führte die Arbeiten nach der alten Methode bis zum Kriegsausbruche weiter . . ». Auch in neuester Zeit («Die Burgen Südtirols» von Marcello Caminiti, 1970) werden die damaligen Arbeiten am Schloss Tirol mit herber Kritik bedacht. Ein Urteil über die Restaurationsarbeiten an der Burg Vaduz muss dem Fachmann vorbehalten bleiben. Für uns jedenfalls ist der Zustand des Schlosses Vaduz, wie er sich nach der 1905 begonnenen Restaura- tion darstellt, schon wieder zur Selbstverständlichkeit geworden. Die «Baugeschichte der Burg Vaduz» von Franz von Wieser ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil behandelt die Vor- und Frühgeschichtliche Zeit, wobei auf Grund einiger weniger prähistorischer Einzelfunde zwar interessante, aber wohl doch zu weitreichende Spekulationen angestellt werden. Die Erwähnung der vorgeschichtlichen Einzelfunde in v. Wiesers Arbeit ist aber deshalb besonders wichtig, weil diese sonst nirgends verzeichnet sind und die Kenntnis davon ohne ihre Erwähnung un- weigerlich verlorengegangen wäre. Leider sind uns die beiden erwähn- ten «unter dem Boden der alten Kornschütte» ausgegrabenen Bronze- 52
        

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