Aus dem Nachlass des im Jahre 1923 verstorbenen Hofrates Dr. Franz von Wieser ist ein fertiges Manuskript bekanntgeworden mit der Über- schrift «Baugeschichte der Burg Vaduz», abgeschlossen am 25. April 1920. Der Inhalt ist interessant genug, dass sich eine Veröffentlichung im Jahrbuch des Historischen Vereins rechtfertigt, betrifft er doch den historisch wohl wichtigsten Bau unseres Landes, der zudem heute wie- der Residenz des Landesherrn ist. Diese Arbeit war vom Verfasser sicherlich zur Veröffentlichung bestimmt, die aber aus unbekannten Gründen nie erfolgte. Hofrat von Wieser war der praktisch bestimmende Kopf der im Jahre 1904 für die Restaurierung der Burg Vaduz von Fürst Johannes II. eingesetzten Baukommission. Er war am 18. Oktober 1848 in Kufstein geboren. Nach historischen, geographischen und philologischen Studien an den Universitäten Inns- bruck, München und Göttingen war er seit 1871 Gymnasiallehrer in Brünn und Bozen, um aber schon 1874 als Privatdozent für Geographie an die Innsbrucker Universität berufen zu werden. 1879 wurde er dort zum ausserordentlichen Professor ernannt. Die Hochschule, an der er auch die Ehrenämter eines Dekans und Rektors einnahm, bildete dann auch sein Leben lang sein eigentliches Schaffensfeld. Seine geschichtlichen und prähistorischen Kenntnisse konnte er auf praktischer Ebene zunächst als Mitarbeiter und später als Vorstand des Museums Ferdinandeum in Innsbruck, heute das Tiroler Landesmu- seum, bestens verwerten. Als Mitglied der österreichischen «Zentralkommission für Kunst- und historische Denkmale» kam Franz von Wieser automatisch in die praktische Denkmalpflege hinein. Im Jahre 1898 wurde er mit der Lei- tung der «stilgerechten Herstellung des Schlosses Tirol» betraut. Sechs Jahre später erhielt er seinen wohl grössten diesbezüglichen Auftrag, als er in die Kommission für die Restaurierung der Burg Vaduz berufen wurde. Wohl hatte er nominell nicht den Vorsitz dieser Kommission inne, doch war er praktisch der bestimmende Mann, der seine Ideen, wenn es sein musste, auch gegen Widerstand, durchzusetzen wusste. Es handelte sich bei dieser Renovation zweifellos um eine schwierig zu lösende Aufgabe, die darin bestand, einerseits das Innere der Burg für Wohnzwecke für die fürstliche Familie auszugestalten, anderer- seits die Forderungen der wissenschaftlichen Denkmalpflege im wesent- 51
        

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