— 183 — Hans Schultheiss zu Konstanz, wahrscheinlich von 1434 geschnitten. Fol. 1 — 24b ein Kalendarium mit senkrecht und wagrecht linierten Rubriken, enthält zwischen den Zeilen die Einträge der Todesfälle samt den später am Rand nachgetragenen täglichen Ablässen. Auf fol. 25 — 27 folgen Jahrtagstiftungen von 1480 —1492, darunter fol. 25 a die Ursulas und Elsbeths von Schellenberg von 1480. Auf fol. 27 (Stück des Deckblattes) sowie auf fol. 28 u. 29 eine Ab- lassordnung in Buchschrift für das Münster und die Katharinenkapelle in Lin- dau von 1494 samt weiteren Urkundenabschriften u. Notizen. Das vordere Deckblatt enthält Jahrtage, Vorschriften über den Sonntagsablass im Münster und einen Beschluss von 1453, jede neue Chorfrau habe 6 Pfund Pfennig für Bücher zu bezahlen. Zur Zeitbestimmung: Die amtliche archivalische Beschreibung der Handschrift auf dem Vorlageblatt, datiert vom 11. Mai 1881 stellt fest: «Entstanden ist der Kodex circa 1250, die Einträge sind fortgesetzt bis zum Jahre 
1494.» F. L. Baumann spricht 1888 in der Einleitung zu seiner Herausgabe in den MG Necrologia ebenfalls von einem «librum anniversariorum huius monasterii saeculo XIII. medio, lingua Germanica nove transcriptum et usque ad finem saeculi XV. 
continuatum.» Diese Auffassung haben die späteren Au- toren, so auch Joetze, Geschichte der Stadt Lindau Bd. II S. 230 Anm. 79 über- nommen. Ohne Zweifel ist dieses deutsch abgefasste Jahrzeitbuch Abschrift eines älteren lateinischen, doch nur zu kleinerem Teile; dass das heute vor- liegende schon Mitte des 13. Jahrhunderts verfasst worden sei, lässt sich nach Feststellung der ältesten Handschriften jedoch nicht halten, entgegen Bau- mann, der bei der Herausgabe des Textes durch verschiedene Lettern die Ein- tragungen der ersten Hand aus dem 13. Jahrhundert, dann die Fortsetzungen des ausgehenden 13. und des 14. Jahrhunderts und schliesslich die Zusätze des 15. Jahrh. unterscheidet. Der Unterschied zwischen der ersten Hand und den folgenden ist zu klein. Auch ist die Zuordnung bei Baumann stellenweise auf Grund der Urkunden unrichtig. So ist das Todesdatum der «Adilhait von Bras- perg clostervrou dis 
gotzhüses» unter dem 30. März bei Baumann dem 13. Jahrh. und zwar nicht dem ausgehenden 13. Jahrh. zugeschrieben. «Adelhaidis von 
Brasperg» erscheint aber als lebende «Domina» des Stiftes in der Urkunde vom 14. Oktober 1305 (Urk. Hauptstaatsarchiv München, Lindau Stift n. 59). Die ältesten Einträge dürften vom Anfang des 14. Jahrh. stammen; sie konnten eine ältere Überlieferung übernehmen. Druck: Franz Ludwig Baumann, Liber Anniversariorum Monasterii Lindaugiensis. In: MG Hist. Necrologia Tom. 1 (Berlin 1888) S. 179-197. a t nachgetragen; nicht «Maethilt» wie bei Baumann S. 185. b «trisvm» gestrichen. 1 Agnes von Schellenberg, sonst unbekannt. 2 Eglolf von Triesen, aus der Ritterfamilie. Da das gleiche Haus auch für die Jahrzeit Ulrichs von Triesen (fol. 6 b, 26. März), Myias von Triesen (fol. 9b, 11. Mai), Volricus von Triesen (fol. 14a, 21. Juli),
        

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