mit Tugenddarstellungen sind wohl das Gesimsprofil Abb. 17, ferner die Kranzkachel mit einem auf einem Seepferd reitenden Putto (Abb. 18) zuzuordnen.8 Zu einem Ofen mit reicher gerahmten, grösseren Füll- kacheln und prächtigen Blumenvasen im Bildfeld (Abb. 19) dürften auch die mit einer Maske und reichem Rankenwerk verzierte Fries- kachel Abb. 20 und reich profilierte Gesimsstücke gehört haben. Füll- kacheln mit Blumenstrauss in Arkadenrahmen gab es auch in kleinerem Format. (Abb. 21). Ein weiterer ornamental geschmückter Renaissance- ofen war aus Kacheln aufgebaut, die ein von einem Strahlenkranz um- kreistes, kleines Medaillon zeigten (Abb. 22). Alle in dieser Gruppe ge- nannten Öfen müssen in der Zeit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhun- derts bis ins frühe 17. Jahrhundert aufs Schloss gekommen sein. Sie können zum Teil auch erst im Zug der Bauarbeiten aufgesetzt worden sein, die Graf Kaspar v. Hohenems 1613—1640 ausführen liess. Dieser letzten Periode sind vor allem aber die von Rheinberger er- wähnten «hochplastisch modellierten, eintönig gehaltenen Reste» zuzu- zählen, «an die sich die buntbemalten und farbig glasierten Kacheln aus dem 17. und 18. Jahrhundert reihen». Unter den ersten verdienen zu- vorderst Teile von einem schwarz glasierten Ofen Erwähnung mit stark plastisch modellierten Puttenkaryatiden als Eckkacheln, markant ge- rahmten Friesstücken mit Blumenornamenten und Kranzkacheln, von denen nur das kleine Fragment Abb. 26 mit Gesicht einer Frauenfigur vorliegt (Abb. 24 — 27).9 Geringe Splitter von grünen Eckkacheln glei- cher Form gehörten zu einem zweiten Ofen desselben Typs. An bemal- ten Kacheln bleiben nur ein mit blauen Blättern dekoriertes Gesims- und ein blau-türkis gehaltenes Friesstück aus Fayence (Abb. 28 — 29). 8 Kranzkacheln gleicher Form krönten den seit 1944 verschollenen Ofen im Zimmer aus Schloss Haldenstein, Kunstgewerbemuseum Berlin, abgebildet in: Christian Bühler, Kachelöfen in Graubünden, Zürich 1881, Farbtafel 1. — Das gleiche Motiv findet sich auf Füllkacheln eines Ofens im Schlössli Par- pan (Foto im Schweizerischen Landesmuseum). 9 Ein schwarz glasierter Ofen mit gleichen Eckkacheln stand in der Rosenkranz- pfründe in Bregenz (4000 Jahre Keramik in Vorarlberg, vgl. Anm. 2, Abb. 33). — Kacheln von einem weiteren Exemplar sind auf Schloss Vaduz magaziniert (E. Poeschel. Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Basel 1950, S. 216 f.). Vergleichsstücke befinden sich auch im Schweizerischen Landes- museum (HA 338). 34
        

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