Ofenkeramik Der Fundbericht Rheinberger weist auf einen gotischen, grünen Kachelofen hin «mit fein modelliertem und gezeichnetem Stechlaub- motive und mit schwarz und gelb glasierten, schweren Gesimsen». Von diesem Ofen ist nur noch das kleine Bruchstück Abb. 1 zutag gekom- men. Zu einem zweiten, bedeutenden grün glasierten Stubenofen spät- gotischer Zeit gehörten die Fragmente Abb. 2 — 3. Sie lassen auf einen Aufbau mit kubischem Feuerkasten und achteckigem Turm schliessen, wobei die Krone eine Stadtmauer mit in die Ecken eingestellten, poly- gonalen Türmen darstellte. Die Ecken des Ofenturms waren als drei- kantig gebrochene Pfeiler, die Wände aber aus quadratischen Kacheln gebildet, die in kräftig gekehltem Rahmen ein Mauermuster zeigten.1 Vom Feuerkasten des gleichen Ofens kommt vielleicht das Eckkachel- Fragment Abb. 5, das hälftig mit einer Rosette und einem Masswerk- motiv geschmückt ist.2 Gebogene, grüne Füllkacheln mit glattem Feld in profiliertem Rahmen (Abb. 6) sind Überreste eines dritten gotischen Ofens mit in diesem Fall rundem Turm. Teile von Kacheln mit Mass- werk-Zierat (Abb. 7 — 8), das Bruchstück einer Füllkachel mit stark plastisch gestaltetem Blattwerk (Abb. 9), Fragmente von Hänge- oder Kranzkacheln einer Turm-Bekrönung (Abb. 10) und von einfachen, un- glasierten Näpfen mit breitem, gekehlten Mündungsrand3 (Abb. 11) sind weitere Splitter von spätgotischen Öfen, die einst auf Schloss Vaduz standen. Dieser ganze, spätmittelalterliche Bestand gehört, nach der einheit- lichen Qualität des gebrannten Tons und der technischen Fertigung der 1 Auf der Rückseite haben die Füllkacheln einen halbzylinderförmigen Hals mit horizontalen Rillen und ausgeschnittener Öffnung mit durch einen Wulst verstärktem Rand (Abb. 4). Gleiche Rückseiten zeigt ein Satz spätgotischer Kacheln aus Untervaz im Schweizerischen Landesmuseum (LM 11376). 2 Das gleiche Masswerkmotiv findet sich auf einer Eckkachel von Fussach- Burg (4000 Jahre Keramik in Vorarlberg, Ausstellungskatalog des Vorarl- berger Landesmuseums Nr. 77, Bregenz 1978, Nr. 34 Abb. 18. 3 Unglasierte Napfkacheln der vorliegenden Form sind für die Zeit um 1500 z.B. auch aus Mogeren, Schaffhausen belegt (Walter U. Guyan und Rudolf Schnyder, Mogeren, ein wüstgelegter Adelssitz bei Schaffhausen, Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 4, 1976, S. 63 Abb. 23. 32
        

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