bekannten Fundpunkte meist oberhalb der Felskante auf einer ersten Hangstufe. Das Brandgrab vom «Runden Büchel» südlich Vaduz (Frommelt 1946) liegt noch am Rande der Talsohle, dann scheint der Weg über den Felsabbruch Richtung Schloss verlaufen zu haben. Ein nächster bronzezeitlicher Fund, eine Dolchklinge, befand sich auf dem Weg bei «Letzi», und etwas höher auf «Platz» wurde ein weiterer Bronzedolch entdeckt. In nördlicher Richtung sind das Grab von Iraggell und die Siedlungsstelle vom «Krüppel» ob Schaan aufzuzählen, am Fuss der Niederung die wohl zu einer Siedlung gehörenden Keramik- fragmente und ein Bronzedolch aus dem Kastellbereich von Schaan, die in die ausgehende Frühbronzezeit zu datieren sind (Beck 1957; Sang- meister 1958). Die aus dem Zentrum von Vaduz stammenden spät- bronzezeitlichen Objekte liegen wieder am Rande der Talsohle (Graf 1962). Was den alpinen Verkehr betrifft, so hat das Gebiet des Fürsten- tums sicher nicht nur am Rande eine Rolle gespielt. Süddeutsche Fabrikate — ich denke z.B. an den frühbronzezeitlichen Henkelkrug, der in der Gegend des Donauknies von Regensburg hergestellt und in Cazis GR Cresta gefunden worden ist (Bill 1976, 86 — 88) — müssen hier durchgekommen sein. Ähnliches wird aber auch für die verzierte Lochhalsnadel vom Schloss gelten, deren Hauptverbreitungsgebiet ja ebenfalls in Süddeutschland (vgl. oben S. 14) liegt, obschon dieser Teil des Rheintales wohl bis zu Beginn der Spätbronzezeit im mittelländisch- süddeutschen Kulturbereich gelegen hat. Aus derselben Zeit stammt auch das Körpergrab von Gamprin «Au» (Frommelt 1941), das mit einer ähnlichen Nadel, einem Kurzschwert, einer Dolchklinge und einer Axtklinge ausgestattet ist. Anders ist dies aber während der jüngeren Eisenzeit, der Latene- Periode. Wohl werden die zwischen Bodensee und etwa Sargans leben- den Vennonen zu den, vor allem in Bayern beheimateten, vindelikischen Stämmen gezählt (Malin 1958, 16—19; Fischer 1976), doch sind ein- zelne Kulturelemente wie z. B. die auch auf Schloss Vaduz nachge- wiesene Schnellerkeramik, charakteristisch für das ganze Alpenrheintal, und eine autochthone Entstehung aus der Taminserware (Conradin, in Vorbereitung) ist hier vorauszusetzen, ohne dass süddeutsches Kultur- gut stark beeinflusst wurde. Allerdings hat auch die kammstrichver- zierte Graphittonkeramik, die jünger als die Schnellerkeramik datiert wird, eine wesentlich grössere Verbreitung im nordalpinen keltischen 24
        

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