weisen, eine davon ist mit Einschnitten gekerbt (Abb. 7,1 + Abb. 6,10). Die Kerbung mittels Einschnitten ist von der beginnenden Mittelbronze- zeit an bekannt. Fingertupfen direkt unterhalb des Randes und eine zusätzliche Fingertupfenleiste (Abb. 6, 9 + Abb. 8, 6) wie auch eine Randscherbe mit vertikal zur Mündung laufenden Leiste (Abb. 8, 7) sind weitere Verzierungselemente der auf Schloss Vaduz geborgenen Keramik, deren Gesamtausprägung mehrheitlich mittelbronzezeitlich ist. Bronzezeitlich, aber ohne dass eine nähere Präzisierung möglich ist, ist sodann eine Knochennadel mit einer durchbohrten Öse (Abb. 9, 3). Dies ist ein Artefakttyp, der während der ganzen Bronzezeit vorkommt. Ein sehr schön patiniertes Bronzeobjekt (Abb. 9, 6) besitzt zwei gegen- seitige, meisselartige Enden von ca. 6 mm Breite. Diese sind quer zu- einander gestellt, und beide wurden wohl als Schneiden oder Abhebe- gerät verwendet, was ein beidseitiges feines Aushämmern andeutet. Sodann wurden auch noch zwei Nadelfragmente aus Bronze gefunden, aber von beiden existiert nur noch die Spitze; der für die Datierung wichtige Kopf fehlt (Abb. 9, 1). Gleichermassen undatierbar sind ein kleines Bronzeblechfragment und ein Drahtstück, dessen eines Ende umgebogen ist (Abb. 9, 4). Aus grüngrauem Silex hergestellt, fanden sich einige grössere Ab- schlagsplitter, z.T. mit Gebrauchsretouchen, und eine beidseitig retou- chierte Klinge mit Siliciumschliff, die ursprünglich wohl als Sicheleinsatz in Gebrauch stand (Abb. 9, 7). Diese Objekte dürften ebenfalls noch der Bronzezeit zugerechnet werden, zumal im alpinen Gebiet Silex- bearbeitung noch bekannt ist. Silexklingen wurden z. B. in Sicheln ein- gesetzt, wie dies das schöne Exemplar von Fiave-Carera (Prov. Trento, I) (Perini 1972, Fig. 31, 501) zeigt. Eindeutiger ist dann wieder die Klinge eines Griffdornmessers aus Bronze (Abb. 9, 5). Die Messerspitze ist zwar abgebrochen und auch das Griffdornende ist beim Nietloch defekt, sodass nur noch eine Länge von 12,7 cm erhalten ist. Das Stück ist völlig unverziert. Der Steg zwischen Klinge und Griffdorn ist eine runde Stange. Schneide und Rückenlinie verlaufen beinahe parallel bis zur Klingenbiegung gegen die fehlende Spitze. Aus diesen Gründen lässt sich unser Exemplar am passendsten in die Stufe Binningen der beginnenden Spätbronzezeit (ca. 12. Jh. v. Chr.) datieren. Ob es sich hier um einen Einzelfund, der zufällig auf den Schlosshügel kam, handelt, oder ob andere Siedlungs- 21
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.