Die neuen Holzzeichen sind vielfach etwas komplizierter als jene alten Hausmarken und es entstanden oft auch neue Zeichenelemente. Auch lange nach der Einführung der Hausnummern fanden die Hauszeichen immer noch Anwendung bis etwa zum ersten Drittel un- seres Jahrhunderts. Besonders ältere Leute kerbten gewohnheitsgemäss auch später noch oft ihr Hauszeichen in die Geräte und Werkzeuge. Bei den 111 Bauwälder in Maurerberg (Siehe Jahrbuch 1916, Seite 31 und 60) waren früher die Grenzpfosten mit dem Eigentumszeichen versehen. Im Laufe der Jahre sind diese Holzpfosten morsch geworden und allmählich verschwunden. Heute sind sie meist durch bemalte Eisen- rohre ersetzt worden. Der heutige Gemeindeförster Martin Senti findet noch hie und da an entlegener Stelle einen alten Zeichenpfosten. Gelegentlich sieht man noch eingehauene Zeichen auch auf alten Grenzsteinen. Oft wurden die Eigentumszeichen auch an stehenden Bäumen ein- geschnitten. An verschiedenen alten Buchen unter den sogenannten Fuchslöchern, können heute noch alte Zeichen festgestellt werden. Allerdings wurden diese Einkerbungen am wachsenden Baum im Laufe der Zeit etwas verzerrt. Nach Schätzung des Gemeindeförsters dürften diese gezeichneten Buchen etwa 150 — 200 Jahre alt sein. Das Bau- und Losholz wurde früher gewöhnlich von zwei Nachbarn gemeinsam gefällt, zugerichtet und gesägt. Sodann hatte man das ge- schlagene Holz in zwei gleichgrosse Haufen aufgeteilt und unter sich ausgelost. Indem der eine seine Axt nach rückwärts zwischen die beiden Holzhaufen warf, fragte er seinen Nachbarn: «Hus oder Schmede?» Der genannte Axtteil der geworfenen Art zeigte nun die Richtung auf den ihm zufallenden Holzhaufen an. Nach erfolgter Auslosung hackte jeder mit der Axt sein Eigentums- zeichen in das ihm zugeteilte Holz ein. Ursprünglich hatten die Nachbarn vielfach auch ähnliche Hauszei- chen. Z.B. Nr. 20 und Nr. 21, Nr. 52 und Nr. 53, Nr. 82 und Nr. 84, Nr. 108 und Nr. 109, Nr. 120 und Nr. 122 etc. 179
        

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