Widertauffer verfluchten Ursprung, gottlosen Lehre und derselben gründliche Widerlegung» und widmete das Werk — wie einst Hubmaier viele seiner Schriften Leonhard von Liechtenstein — seinem Landes- herrn Karl von Liechtenstein und rühmte ihn, «weil er wie ein rechter Liechtenstein leuchtet, da er sich jetzt zum katholischen Glauben be- geben.»181 Andererseits versuchte Karl I. aber, gegen den Willen des Kaisers, die Täufer aus wirtschaftlichen Gründen auf seinen Besitzungen zu behalten — viele Täufer kehrten sogar in der Hoffnung, wie ehemals bei denen von Liechtenstein wohnen zu können, wieder nach Mähren zurück, «sonderlich zu dem Fürsten Carl von Liechtenstein, dem Herrn Adam von Waldstein und andere Herren mehr ... die uns in ihre Dienst, Meierhöf, Mühlen, Kellnereien und derogleichen aufnahmen und uns auch Schutz und Geleit neben der Religionsfreiheit zusagten»182. Er nahm auch die Täufer mehrmals gegen Versuche in Schutz, sie noch mehr zu besteuern oder ihnen Erspartes aus ihren Verstecken in Neu- mühl herauszuholen183. Aber der Kardinal Dietrichstein, der Landes- statthalter geworden war, liess nicht locker und befahl im Namen Ferdi- nands, «dass sich innerhalb 14 Tagen von dato An seines aussgegangnen Bevelchs, Niemandt, so der hueterischen Bruederschaft zue gethan, wei- ters in Märhern finden oder betretten lassen solle, und wo man hierüber Jemandten ergreiffen werde, sollen diselben Ohne weiters urtl und recht, Nidergehauet, an die nägsten Bäum aufgehenkht, oder mit feuer ver- brennt werden»184. Die Hutterer hatten nur noch die Wahl, auszuwan- dern oder katholisch zu werden, wenn sie am Leben bleiben wollten. We- nige nur wählten die Konversion; die meisten wanderten aus, nach Osten, konnten dort aber auch nur bis Ende des 19. Jahrhunderts unbehelligt bleiben: Auch in Russland wurden sie nach 1870 zum Militärdienst oder zur Auswanderung gezwungen. Wieder wählten sie die Wanderschaft. Neue Brüderhöfe entstanden (und erfreuen sich grossen Wachstums und neuer wirtschaftlicher Blüte) in den USA und Kanada.185 181 Menn. Lex. Bd 1, Ste 647. 182 Kleingeschichtsbuch, Ste 153. 183 Menn. Lex., Bd 3, Sten 214 — 218. 184 Beck, Ste 425. 185 Kurze Zeit bestand vor dem 2. Weltkrieg eine Siedlung auf Silum in Liech- tenstein, gegründet von Hutterern, die aus Hitler-Deutschland vertrieben worden waren. (Kleingeschichtsbuch, Ste 470). 168
        

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