der oben erwähnte Konther wütete in «Pulgern, Inn Nicolspurg Herr- schaft, da vernam man ein Zeitlang kein gefar»87 — bis eben Konther kam! Das war auf liechtensteinischem Gebiet, in der schlimmsten Zeit der Verfolgung. Dort spielte sich eine ergreifende Form der Verteidi- gung ab . .. Katakomben auf liechtensteinischem Gebiet Das einzige Zeugnis einer gegen Täufer gerichteten Handlung eines Liechtensteiners —- die Folterung eines Täufers, der nach seiner beim Schlossherrn auf Nikolsburg dienenden Frau schauen wollte — führt uns auch auf die höchst merkwürdige Art, mit der sich die Täufer vor den Verfolgern zu schützen suchten: Sie tauchten unter wie die ver- folgten Christen in Roms Katakomben. «Da es für disen wüeterich kam, das die Brüeder in den holen und löchern der erden seiner gründe sich aufhielten, nam er im schröcklich ding für, er wöll die Brüeder erstechen etc., aber der starcke gott half inen, bewart noch sein volkh, und macht des Tyrannen rath und für- nemen zu nichte»88. Die Chroniken erwähnen dieses Leben unter dem Boden verschiedentlich: «In demselben sein die fromen also kutenwaiss bis in das 1554 jar in trüebsal in Wäldern und auch in Löchern der Erden umbzogen»89. «Sonderlich umb den Mayberg hetten Sie an vil ort in Stauden grueben und löcher, darlnn sie sich ein Zeitlang auffhielten sambt Ihre kindern. Auch in Stainklüfften, in der Clausen und den holen velsen des Maybergs. Dessgleichen an andern Orten im landt mer — wo sie kundten.»90 Der Maidberg, eine 550 m hohe Hügelkette, liegt in den Polauer Bergen nördlich von Nikolsburg auf damals liechtensteinischem Gebiet.91 Es handelt sich um ein Gebirge, dessen Felswände und Höhlen den Täufern häufig ein Versteck boten92. Das gilt von den «Steinklüften und Klüsen und Höhlen». Mit den Löchern aber sind regelrechte unter- irdische Röhrensysteme gemeint. 87 Zieglschmid, Ste 334. 88 Beck, Ste 188/189. 89 Beck, Ste 184. 90 Zieglschmid, Ste 330. 91 Zieglschmid, 330, A 1. 92 Beck, Ste 184, A 2. 145
        

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