berichtet über sein Ende: «Ist daselbs zu Wien, umb der göttlichen warhait willen, zum Todt verurtailt und verbrennt worden. Hat also seinen Glauben ritterlich mit seinem bluet bezeugt. Über 8 Tage ongefär, hat man auch daselbs zu Wien sein Weib ertrenckt. Die hat auch die göttliche warhait ritterlich mit irem bluet bezeugt.»47 Schwertler und Stäbler «Der ernste Wille, eine wirklich kommunistische Täufergemeinde aufzurichten, taucht zuerst in Nikolsburg auf»48. Diese Feststellung stimmt nur bedingt. Denn nach dem Tode Hubmaiers (die Gemeinde wurde nun von Spittelmaier geleitet) gab es neue Auseinandersetzun- gen wegen des Gebrauchs des Schwertes und der Zahlung von Kriegs- steuern. Leonhard war in einer schwierigen Lage. Gerne hätte er alle seine Täuferbrüder und -Schwestern in Nikolsburg behalten und ver- suchte darum durch ein neues Glaubensgespräch (diesmal in Bergen bei Nikolsburg) eine Einigung herbeizuführen. Wie wollte er so viele Flüchtlinge schützen, wenn der König mit seinen Truppen Nikolsburg überfallen sollte — und der grösste Teil der Täufer hätte sich nicht gewehrt? Weil keine Einigung zustandekam, drohte der Herr von Liechtenstein, selber ein Anhänger der «Schwertler» (die sich mit dem Schwert gewehrt hätten), den «Stäblern» unter Leitung von Jakob Widemann mit der Vertreibung49. Gerade in jener Zeit kam es in Öster- reich zu ersten brutalen Verfolgungen. Ferdinands Profos «hat etlich in gefenkhnus bracht, und wo er Yemants im velt, auf den Strassen er- griffen, den hat er enthaupten lassen, welche aber in den Dörfern vom glauben nit wolten abstehen, an die Thorsäulen gehenkht»50. Schon hatte sich in dieser Situation Leonhard energisch (und offenbar tatsächlich mit Waffendrohung) für die Täufer und gegen die habsburgischen Trup- pen zur Wehr setzen müssen: Er Hess dem Profosen des Königs aus- richten, sollte er über die Grenze in liechtensteinisches Gebiet ein- dringen «wollten sy im etliche Kugeln schenken!»51. 47 Beck, Ste 53. 48 Müller, Kommunismus, Ste 83. 49 Beck, Ste 73. 50 Beck, Ste 57. 51 Beck, Ste 58. 134
        

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