dieses hauss ist Nicolspurg. Gnediger Herr, so ich hin unnd wider ge- denk, kan ich nicht anders finden, wann dz Nicopolis ist, wie wol noch mer Stet sind diss namens. Nun wirdt aber Nicolspurg unnd Nicopolis auch gehaissen Emaus von den Cosmographen»:!,i. (Hubmaier spielt hier wohl auch darauf an, dass der dritte evangelische Pfarrer von Nikols- burg, Martin Göschl, vor seiner Wende zum Protestantismus Weih- «Bischof von Nikopolis» war, und dass wirklich das palästinensische Emmaus seit dem 3. Jahrhundert Nikopolis genannt wurde)37. Die Anspielung auf Emmaus muss wörtlicher genommen werden, als man zuerst glauben könnte: Wenn Hubmaier selber von diesem Begriff aus weiterdenkt, zeigt er, was ihm und vielen Taufgesinnten jener Zeit das liechtensteinische Nikolsburg bedeutet hat: Christus sei durch die Reformation Luthers wieder auferstanden «und darnach gen Emaus, das ist Nicolspurg, gewalfartet, durch seine diener da zubleiben erbetten, wann es fahe an nacht werden und kummen die letsten tag, . . »38. Tatsächlich wurde nämlich Nikolsburg zum «Emmaus» der Täufer, denn «unter dem Schutz des Hauses Liechtenstein entfaltete Hubmaier in Nikolsburg eine grosse Propaganda, die seine Glaubens- genossen von allen Seiten her in dieses neue Emmaus zog und wo er unterstützt von dem Buchdrucker Froschower seine umfassende litera- risch-polemische Wirksamkeit betätigte»39. So setzte denn auch eine gewaltige Einwanderung ein. Allerdings sind die Zahlen der Ankom- menden höchst unsicher, und wenn Falke berichtet: «Die Gemeinde der Brüder soll hier allein auf 12'000 gestiegen sein»,40 dann ist dies sicherlich zu hoch gegriffen und gibt nur eine Zahl weiter, die durch die meisten früheren Arbeiten über die Täufer in Mähren geistert. Zutref- fend ist es wohl, wenn man mit 2TJ00 Täufern rechnet, die in Nikolsburg und Umgebung siedelten41. Auch Gegner urteilen, «dass Nikolsburg ein Hauptsitz der Schismatiker wurde»42. 36 Quellen, Sten 287 — 289. 37 Quellen, Ste 288, A 10 und Ste 289, All. 38 Quellen, Ste 289. 39 Menn. Lex. Bd 2, Ste 651, Art. Liechtenstein. 40 Falke, Bd 2, Ste 44. 41 Quellen, Ste 37, A 114. 42 Feyfar, Ste 76. 132
        

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