Nikolsburg, wie auch sonstwo, im allgemeinen bei den Täufern um eine Taufe durch Begiessen handelte»'51. Nach der Bekräftigung Leonhards L, er wolle getauft werden, hat Hubmaier — nach einem Gebet der Ge- meinde — «dem Newlinng die hennd auff das haubt» gelegt und gesagt: «Jch gib dir zeückhnuss und gwalt, das du füran under die Christlichen Gmainschafft sollest gezelt werden, jrer Schlüsselen als ein mitglid tayl- hafftig sein, mit andern Christenlichen Schwestern und bruedern das brott brechen und betten. Got sey mit dir und deinem geyst. Amen.»32 Dass Leonhard schon bald nach Hubmaiers Ankunft sich dessen Bewegung angeschlossen und taufen lassen hat, geht aus den Quellen eindeutig hervor. Im Geschichtsbuch der Täufer lesen wir, König Ferdi- nand habe «den Herren Leonhard von Liechtenstein/ auff Nicolspurg wonende/welcher dazumal auch getaufft/unnd ein Brueder ist genennt worden» zu sich befohlen.33 Die Tatsache von Leonhards Taufe ist nur einmal (im Zuge der Rekatholisierung) von einem professionellen Täufer-Bekehrer angezweifelt worden, und bei ihm scheint nur nicht sein zu können, was nicht sein soll.34 Denn nicht nur die schriftlichen Quellen, auch die geschichtlichen Entwicklungen zeigen Leonhard I. als eifrigen Förderer und Anhänger der Täufer. Hubmaiers «Katechismus» (Eine christliche Lehrtafel) ist als ein Gespräch zwischen Leonhard und Johann VI. gestaltet, was darauf hin- deutet, «dass diese beiden Adelsherren sich bereits für Hubmaiers Täuferreformation entschieden hatten, als die Schrift verfasst wurde»35. Und im Vorwort zur Schrift «Einfältiger Unterricht», die vor dieser Lehrtafel (ebenfalls 1526) erschien, lobt Hubmaier in geradezu über- schwenglichen Worten Leonhard, indem er seine Namen ausdeutet (die Schrift ist im übrigen ihm gewidmet): «Wann Leonhart ist ein Nam, der eine solche stercke, manhait und harttigkait eins Menschen an- zaigt, ...» . . «Was aber Liechtenstain für ein erwölter, Herrlicher, edler nam sey, gib ich mengklich zu ermessen. Wann ob wohl Christus dz recht liecht ist, das khumen inn dise Welt, ....... «Der nam aber 31 Quellen, Ste 347. 32 Quellen, Ste 350. 33 Zieglschmid, Ste 50 und Beck, Ste 52. 34 Widerlegung bei Beck, Ste 48, A2. 35 Quellen, Ste 305. 131
        

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