maier, der erneut verhaftet und nun härter angefasst wird: Man sperrt ihn in den Wellenberg, dem in der Limmat stehenden Gefängnis und foltert ihn — bis er nochmals widerruft, und daraufhin der Stadt ver- wiesen wird. Er flieht über Augsburg nach Nikolsburg. Vielleicht hat er schon genaue Kenntnis von den Verhältnissen dort gehabt: Ein Bericht über ein Religionsgespräch in Austerlitz, verfasst von Oskar Glaidt, dem Pfarr-Gehilfen Spittelmaiers in Nikolsburg, erscheint 1526 bei Frosch- auer in Zürich im Druck.-'8 Und «Hubmaier unterzeichnete am 21. Juli 1526 in 'Herrn Oswalds', d. h. in Glaidts, Zimmer in Nikolsburg das Vorwort zu seiner Schrift über die Lehrer der Kirche»27. Am Schluss der Schrift findet sich die Signatur des Druckers: «1526. Getruckt durch Simprecht Sorg, genant Froschauer. Nicolspurg.»28. Mit Hubmaier oder sehr bald nach ihm ist auch ein Neffe von Zwingiis Zürcher Drucker Christoph Froschauer, Simprecht Sorg, genannt Froschauer, in Nicols- burg eingetroffen. Die beiden haben sich sicherlich in Zürich kennen- gelernt, wo Simprecht Sorg bei seinem Onkel arbeitete29. Leonhard I. wird Bruder in Christo «Leonhart. Begerstu nun auff disen glauben unnd pflicht im wasser nach der einsetzung Christi getaufft, eingeleibt und also in die eüsser- lichen Christlichen Kirchen eingeschriben werden zu verzeyhunng dei- ner sünnden, so sprich: Jch begeers auff die krafft Gottes»30. Leonhard von Liechtenstein ist auf diese Frage hin durch Begiessen in der Kirche Nikolsburg im Herbst 1526 durch Balthasar Hubmaier getauft worden. Anders lässt sich die Szene nicht rekonstruieren, denn im Vorwort zu Hubmaiers Schrift «Eine Form zu taufen» wird gesagt, «dass die beschriebene Taufe in Nikolsburg bereits zur Anwendung ge- kommen sei», und überdies geht «aus dem Ritual hervor, dass es sich in 26 Bergsten, Ste 403, A 22. 27 Bergsten, Ste 405. 28 Quellen, Ste 240. 29 Bergsten, Ste 408. 30 Quellen, Ste 350. 130
        

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