Balthasar Hubmaier, der grösste Täufer-Theologe Nikolsburg darf sich rühmen, den grössten Theologen der Täufer- bewegung beherbergt und ihm die Herausgabe der wichtigsten Schriften ermöglicht zu haben. Freunde, fast mehr noch aber die Gegner unter den Zeitgenossen wissen wohl um seine Bedeutung. Johann Faber, frü- her Freund und Studienkollege, zuletzt sein Ankläger, nennt ihn in einer nach seinem Tode erschienenen Schrift «Anabaptistarum nostri seculi primus Author»14. Das Konzil von Trient zählt ihn neben Luther, Zwingli und Calvin als viertwichtigsten verbotenen Autoren15. Als ihren wichtigsten Kopf verehren Hubmaier aber auch die Täufer, als einen «welcher ein hochgelerter und euangelischer Diener war, (in Lateini- scher, Grichischer und Hebräischer sprach wol erfaren»)16. Und die Gegner auf reformatorischer Seite erkennen ihn schon früh als «Patron» der Wiedertäufer — so etwa Oekolampad, wenn er an Zwingli (1525 schon!) über «Balthasari, patroni anabaptistarum» schreibt17. Hubmaiers Leben und Lehre ist von vielen geschildert worden, zu- letzt von T. Bergsten, auf dessen Buch sich diese Darstellung stützt. Der etwa 1480 in Friedberg bei Augsburg geborene Sohn unbemittelter Eltern wird während seines Theologiestudiums als äusserst begabter junger Mann von Dr. Eck — dem späteren Widersacher Luthers — entdeckt: Eck fördert ihn und so treffen wir Hubmaier 1512 als Theo- logieprofessor in Ingolstadt, 1516 als Domprediger in Regensburg. Dort spielt er eine etwas zwielichtige Rolle im Kampf gegen Juden und Wucherzinsen und muss sich damit auseinandersetzen, dass wegen Wundererscheinungen Regensburg zum wichtigsten Wallfahrtsort jener Jahre in Deutschland wurde. 1520 wird er Pfarrer von Waldshut, einem Städtchen in habsburgi- schem Gebiet am Rhein. 1523 wendet er sich der Reformation zu und muss — etwa im Winter 1524/1525 — mit den Zürcher Täufern und deren Lehre in Verbindung gekommen und übereingestimmt haben. Die Täufer bilden den radikalen Flügel der Reformation. Durch 14 Quellen, Ste 9. 15 Quellen, Ste 10, A 3. 16 Beck, Ste 52. 17 Quellen, Ste 10, A 7. 126
        

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